Marokko – Petition fordert „außereheliche Beziehungen“ von Strafen zu befreien.

Recht zur Eingabe von Petitionen in der Verfassung verankert.

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Petition
"Kollektiv der Gesetzlose" reicht Petition in Parlament ein.

Kollektiv der selbsternannten „Gesetzlosen“ fordert die Streichung alle Straftatbestände aus dem Strafgesetzbuch durch Petition.

Rabat – Nach der Verhaftung der Journalistin Hajar Raissouni, die wegen einer außerehelichen Beziehung und einer mutmaßlichen illegalen Abtreibung zunächst verurteilt und dann von König Mohammed VI. begnadigt wurde, bildete sich eine Gruppe, die sich selbst „Gesetzlose“ nennen, um sich für „individuelle Freiheiten“ einzusetzen. Die Gruppe wert sich gegen die Kriminalisierung von Abtreibung und sexueller Beziehungen außerhalb der Ehe. In Marokko sind unter anderem solche Beziehungen, aber auch Ehebruch, das Essen während des Ramadans in der Öffentlichkeit oder Abtreibungen, mit wenigen Ausnahmen, unter Strafe gestellt. Am 6. Dezember kündigte das Kollektiv an, eine Petition, mit dem Titel „Liebe ist kein Verbrechen“, ins Parlament einzubringen. Die Parlamentarier sollen aufgefordert werden, alle Paragraphen, die der sog. „individuellen Freiheit“ entgegenstehen, aus dem Strafgesetzbuch zu entfernen. Ein neuer Schritt für diese Bewegung, die sich, um die Autorin Leïla Slimani und die Regisseurin Sonia Terrab, gebildet hat.

On a libéré la parole, il est maintenant temps de changer la loi 🔥Signez notre pétition officielle au parlement, soyez…

Gepostet von ‎خارجة على القانون Moroccan outlaws‎ am Freitag, 6. Dezember 2019

Recht zur Eingabe von Petitionen in der Verfassung verankert.

„Wir haben gerade eine Petition (Nr. 250165) in unser Parlament eingebracht, in der wir fordern, dass alle Straftatbestände im Zusammenhang mit den „individuellen Freiheiten“ aus dem marokkanischen Strafgesetzbuch gestrichen werden“, sagte das Kollektiv in seiner auf Französisch, Arabisch und Englisch verfügbaren Erklärung. Das Kollektiv der „Gesetzlosen“ ruft in den sozialen Medien zur Unterstützung durch Unterschrift auf.

Das Kollektiv nutz Artikel 15 der Verfassung, der es marokkanischen Bürgern erlaubt, ihre Ansprüche durch Petitionen an die Abgeordneten und Behörden zu richten. Damit die Petition und ihre Forderungen berücksichtigt werden können, müssen mindestens 5.000 Unterschriften gesammelt werden. Dazu müssen die Bürger ein Formular ausfüllen, Ihren Personalausweis mitführen und in den Wählerverzeichnissen eingetragen sein.

Marokko – Aktivisten wenden sich gegen das Verbot außerehelicher Beziehungen.

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