Marokko – PISA Studie belegt katastrophales Bildungsniveau

Marokko auf Platz 75 von 79

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Schule
©Maghreb-Post - Marokkanische Schule

Marokkanische Schülerinnen und Schüler gehören zu den Schlusslichtern im weltweiten PISA – Vergleich.

Berlin – Alle drei Jahre erhebt die OECD eine Internationale Schulleistungsstudie. Die sog. PISA – Studie prüft in 79 Ländern die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, die „für eine volle gesellschaftliche Teilhabe unerlässlich sind“, so die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ und wird seit 2000 regelmäßig erhoben. In diesem Durchlauf nahm Marokko, als erstes Land des afrikanischen Kontinents, an der Studie teil.

Marokko auf Platz 75 von 79

Nur vier Plätze vor den Philippinen landet das nordafrikanische Königreich. Mit einem Punktewert von 359 liegt Marokko deutlich unter dem OECD – Durchschnitt von 487 Punkten, so die PISA – Umfrage, die unter 600.000 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in 79 Ländern im Jahr 2018 durchgeführt wurde. Diese Studie bewertet die Fähigkeiten und das Niveau der 15-jährigen Jugendlichen in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften. Die Tests, die digital stattfinden (computergestützte Bewertung), wurden im April 2018 für die genannte Studie durchgeführt. 6.814 marokkanische Schülerinnen und Schüler aus 179 Sekundarschulen nahmen teil.

Deutlicher Abstand zum Testsieger China

Der nationale Durchschnitt in der Mathematik liegt bei 368 Punkten im Vergleich zu 489 Punkten im internationalen Durchschnitt. In dieser Kategorie belegt China mit 591 Punkten den ersten Platz. Bei der Lesekompetenz liegt Marokko mit einem nationalen Durchschnitt von 359 Punkten immer noch weit hinter dem weltweiten Durchschnitt von 487 Punkten zurück. Das Land mit der besten Platzierung erreicht 555 Punkte (4 Provinzen/Kommunen in China).

In der Naturwissenschaft erreicht das Königreich durchschnittlich 377 Punkte, verglichen mit 489 Punkten im Studien-Durchschnitt. Auch hier belegt China mit 590 Punkten den ersten Platz.

Soziale Herkunft beeinflusst Bildungschancen.

Das marokkanische Bildungsministerium betont gegenüber dem Fernsehsender 2M.TV, dass mit diese Studie deutlich wird, dass die soziale Herkunft starken Einfluss auf das Leistungsniveau habe. Tatsächlich haben nur 13% der Schülerinnen und Schüler, die aus schwierigen Verhältnissen stammen, es geschafft, den nationalen Durchschnitt zu erreichen. Diese Umfrage zeigt, dass es in Marokko nach wie vor erhebliche Ungleichheiten gibt. Schließlich sei darauf hingewiesen, dass im PISA – Bericht festgestellt wird, dass der Anteil der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler in mindestens einem der Bereiche in Marokko 0,1 % und der Anteil der leistungsschwachen Studierenden in den drei Bereichen 66 % erreicht.

PISA
Quelle PISA http://www.oecd.org/pisa/PISA-results_GERMAN.png
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