Marokko – Premierminister nimmt an Weltklimakonferenz teil.

Klimawandel bedroht politische und soziale Stabilität.

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Weltklimakonferenz
Quelle MAP - Premierminister bei der COP 25

Weltklimakonferenz COP25 in Madrid führt Staats- und Regierungschefs zusammen.

Madrid – Marokko untermauert, durch die Teilnahme seines Regierungschef Dr. Saâd Eddine El Othmani bei der Eröffnung der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid, sein Engagement für die Bekämpfung des Klimawandels. Die gestrige Eröffnungsveranstaltung, an der Vertreter aus 196 Ländern teilnahmen, war durch mehrere Reden gekennzeichnet, darunter die des UNO-Generalsekretärs António Guterres, des spanischen Regierungschefs Pedro Sanchez sowie eine Grußbotschaft des chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera, dessen Land sich dafür entschuldigte, das es diese COP25 nicht ausrichten konnte. Der UNO-Generalsekretärs António Guterres forderte von den Nationen der Welt, ein gesteigertes Engagement. Aus seiner Sicht gehe es nicht mehr nur um die Verringerung von Schäden, sondern längst um das Überleben der Menschheit.

Hochrangige Delegation vertritt Marokko

Das nordafrikanische Königreich ist auf den Plenartagungen dieser Konferenz, die bis zum 13. Dezember dauern wird, durch eine Delegation vertreten, die sich aus dem Minister für Energie, Bergbau und Umwelt, Aziz Rebbah, der stellvertretenden Ministerin für im Ausland lebende Marokkanerinnen und Marokkaner, Nezha El Ouafi, und der marokkanischen Botschafterin in Spanien, Karima Benyaich, zusammensetzt. An diesem Gipfel werden fast 50 Staats- und Regierungschefs sowie die Präsidenten der Institutionen der Europäischen Union (EU) und Vertreter internationaler Institutionen wie der OECD und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) teilnehmen. Auch Delegierte der Zivilgesellschaft sind anwesend, „um Wege zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu diskutieren“.

Marokko bei erneuerbarer Energiegewinnung einer der Vorreiter.

Das Königreich Marokko gilt weltweit, als ein Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Zugleich wird es als Land, das sich auf dem afrikanischen Kontinent und am Rande der Sahara-Wüste befindet, zu denen gehören, die vor allem vom weltweiten Temperaturanstieg besonders betroffen sein werden. Es drohen Schäden an der Küste, durch den steigenden Meeresspiegel, Dürren und damit verbundene Verluste in der Landwirtschaft, womit eine schnellere und stärkere Landflut verbunden sein könnte. Marokko investiert, mit ausländischer Hilfe aus Europa und den Golfstaaten, in „grüne Energie“. Vorreiter ist man bei der Errichtung von Solarparks und strebt an, in wenigen Jahren mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Landes durch Solartechnologie zu decken. Inzwischen exportiert man das Wissen in weitere afrikanische Länder.

Aufkommende Industrialisierung und steigende individuelle Mobilität laufen entgegen.

Durch große Investitionen, des nach wie vor vorrangigen Agrarlandes, nicht nur in Solartechnik oder auch in Wind- und Wasserenergie, entwickelt sich die Wirtschaft und droht Teile des Erfolgs wieder zu Nichte zu machen. Aus der Not heraus, im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, setzt Marokko auf die Industrialisierung und dort auf die Automobilindustrie. Der steigende Wohlstand und das größer werdende Angebot von günstigen und im Land hergestellte Fahrzeugen, führt zu einem Anstieg der individuellen Mobilität. Die Hersteller und Menschen setzten dabei auf konventionelle Verbrennungsmotoren und dort vor allem auf den Diesel. Aber auch die Klimabedingungen sorgen für einen Anstieg bei den privaten Klimageräten oder größeren Kühlschränken, die zu einem allgemein höheren Stromverbrauch führen.

Klimawandel bedroht politische und soziale Stabilität.

Das Streben nach Wohlstand in dem Königreich, der sich wiederum an den Lebensbedingungen im nahen Europa orientiert, macht die Situation kompliziert. Eigentlich müsste man den Menschen auf der Welt mitteilen, dass Klimaschutz auch bedeuten wird, auf Konsum- und Wohlstandsniveau zu verzichten, wie man sie heute noch kennt. In Marokko könnte eine solche Botschaft die politische und soziale Stabilität gefährden. Dieser Zusammenhang macht deutlich, dass Klimawandel nicht nur Kampf gegen den Temperaturanstieg und Umweltschäden darstellt, sondern, so wie es der UNO Generalsekretär aussprach, ein Kampf um das Überleben der Menschheit bedeutet. Um diesen Kampf zu gewinnen, wird das Teilen des Wohlstands untereinander nötig sein. Leider scheint die Welt dazu noch nicht bereit zu sein.

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