Marokko – Pro-Palästinenser Demonstration in Rabat

„Normalisierungsprozess“ zwischen Israel und Marokko schreitet schnell voran.

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Marokkaner
Die arabische und muslimische Welt protestiert! (Musterbild)

Rund 200 Menschen zeigen ihre Solidarität mit den Palästinensern, die Ablehnung der Handlungen Israels und Aufforderung die „Normalisierung“ in den Beziehungen zu Tel Aviv zurückzunehmen.

Rabat – Rund 200 Menschen demonstrierten am gestrigen Montag, den 8. August 2022, in Rabat aus Solidarität mit den Palästinensern. Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Israel und der bewaffneten Gruppe Islamischer Dschihad im Gaza-Streifen riefen sie zu einer „Wende“ in der „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen dem Königreich Marokko und Israel auf.

Ablehnung gegenüber der Annäherung zwischen Rabat und Tel Aviv.

Die Demonstranten hatten sich vor dem Parlament im Zentrum von Rabat versammelt und trugen Protestschilder, auf denen sie die „zionistische Aggression gegen Gaza“ verurteilten, so ein Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Sie skandierten auch Slogans gegen die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Marokko. „Das Volk will die Zerstörung der Normalisierung“, sollen die Teilnehmer skandiert haben. Die meisten der Demonstranten sollen der mutmaßlich „radikalen Linken“ und dem sog. „islamistischen Parteien“ angehört haben. Die Kundgebung fand einen Tag nach einem von Ägypten vermittelten Waffenstillstand zwischen der bewaffneten palästinensischen Gruppe Islamischer Dschihad und Israel statt. Die Demonstration sei friedlich verlaufen und es soll zu keinen Behinderungen durch oder  Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen sein.

Zahlreiche Opfer nach Gewaltausbruch

In den drei Tagen der Gewalt in den besetzten Gebieten wurden 44 Palästinenser, darunter auch Kinder, bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen getötet.

„Normalisierungsprozess“ zwischen Israel und Marokko schreitet schnell voran.

Israel und Marokko haben ihre diplomatischen Beziehungen im Dezember 2020 im Rahmen des sogenannten Abraham-Abkommens normalisiert. Dabei handelt es sich um einen von Washington unterstützten Prozess zwischen Israel und mehreren arabischen Ländern. Im Gegenzug erkannte die Trump-Regierung die marokkanische Souveränität über die Westsahara an. Im Anschluss an diese Normalisierung kommen israelische Delegationen mit zunehmender Regelmäßigkeit nach Marokko. Letzte Woche stattete der Chef der israelischen Polizei, Yaakov Shabtai, dem Königreich einen offiziellen Besuch ab. Der israelische Premierminister Yaïr Lapid werde in Kürze erwartet.

Marokko – Spekulationen über Besuch des israelischen Premierministers

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