Marokko – Prozess gegen Radi beginnt mit Vertagung.

5
Radi
Proteste vor dem marokkanischen Parlament in Rabat gegen die Inhaftierung des Journalisten Omar Radi.

Der Journalist Omar Radi soll sich im März verantworten.

Casablanca – Am 2. Januar fand vor dem Gericht der erster Instanz von Casablanca (Ain Sebaâ Strafkammer) eine Eilverhandlung statt. Der Richter ordnete eine Vertagung der Verhandlung an, um der Verteidigung des Angeklagten mehr Vorbereitungszeit zu geben. Damit kam der Richter einem Antrag von Omar Radi nach, der darauf hingewiesen hatte, dass zwei neue Anwälte hinzugekommen sind. Auf Antrag der Verteidigung wurde die Verhandlung schließlich auf den 5. März 2020 verschoben.

Der Aktivist und Journalist wurde Ende Dezember 2019 verhaftet. Ihm wird Missachtung des Gerichts vorgeworfen. Der Vorwurf geht auf einen im April bei Twitter veröffentlichten Text, in dem er den vorsitzenden Richter bei den Hirak – Urteilen angegriffen und kritisiert hatte. Omar Radi droht bei einer Verurteilung ein Jahr Haft und 5.000 marokkanische Dirham Geldstrafe.

Omar Radi erfährt Unterstützung.

Die Unterstützung für den Journalisten geht quer durch die Medienlandschaft, Künstlern und der Gruppe von liberalen und linken Politikern. Das selbsternannte Unterstützungskomitee von Omar Radi hat am heutigen Donnerstag, den 2. Januar 2020, vor dem Gerichtsgebäude in Ain Sebaâ eine Sitzung abgehalten, an der rund 50 Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Angehörige des Angeklagten teilnahmen.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen riefen in Parolen zur Einstellung der Anklage gegen Omar Radi und zur „Freilassung aller politischen Gefangenen“ auf, wie der Anführer der Rifain Hirak – Proteste, Nasser Zefzafi, und Abdelali Bahmade alias Bouda Ghassan, ein Aktivist aus Aguelmous – etwa 30 Kilometer von Khenifra entfernt.

Marokko – Verhaftung des Journalisten Radi löst Empörung aus.

Empfohlener Artikel