Marokko – Prozess von Imlil – Mutter fordert Todesstrafe.

Anklage umfasst neben Mord weitere Straftatbestände.

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Opfer
Opfer des Mordes in Imlil am Jabal Toubkal

Weiterer Prozesstag gegen die Mörder der skandinavischen Touristinnen.

Salé – Der Prozess gegen die insgesamt 24 Angeklagten, die an der Ermordung von zwei skandinavischen Touristinnen in der Ortschaft Imlil beteiliget gewesen sein sollen, ging am heutigen Donnerstag (11. Juli 2019) in die nächste Runde. Hauptbeschuldigte vor dem für terroristische Straftaten zuständige Gericht in Salé sind drei Männer, die bereits geständig sind, die beiden jungen Frauen getötet zuhaben. Am heutigen Sitzungstag gab es einen erneuten emotionalen Höhepunkt. Der Rechtsanwalt einer der Mütter der Opfer bekam die Gelegenheit einen Brief an das Gericht zu verlesen. In dem Brief der Mutter von Louisa V. J., forderte diese den Gerichtshof auf die Todesstrafe gegen die drei Hauptangeklagten, die als Terroristen eingestuft sind, auszusprechen und auch anzuwenden.

Anklage umfasst neben Mord weitere Straftatbestände.

Unter den 24 Angeklagten befindet sich auch ein ausländischer Staatsbürger. Der spanisch – schweizerische Staatsbürger, Kevin Z. G., gilt als Ausbilder der Angeklagten und soll die meisten Mitglieder, dieser als terroristische Zelle eingestuften Gruppe, angeworben haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Der Hauptvorwurf des Gerichts lautet entsprechend Mord, ergänzt um den Vorwurf der „Gründung einer kriminellen Zelle zur Vorbereitung und Begehung terroristischer Handlungen“.

In Marokko ist grundsätzlich die Todesstrafe im Strafgesetzbuch vorgesehen. Sie wird von den Gerichten auch noch ausgesprochen. Allerdings wird diese seit vielen Jahren nicht mehr vollstreckt. Die Todesstrafe wird in eine lebenslange Haft umgewandelt.

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