Marokko – Prozess wegen Angriffs auf König Mohammed VI. beendet.

Motiv: „Ich wollte mit dem König über die Situation meines Vaters sprechen.“

Mohammed VI
König Mohammed VI Kolonne

Angeklagter bekommt Bewährungsstrafe für den Angriff auf die königlichen Fahrzeugkolonne in Paris.

Paris – Im September dieses Jahres hatte ein Marokkaner versucht in direkten Kontakt mit König Mohammed VI. zu kommen. Bei einer Fahrt des Königs, von seinem französischen Wohnsitz zum Flughafen Roissy-Charles de Gaulle, versuchte der 39-jährige Mann mit seinem PKW die Fahrzeugkolonne zu stoppen – maghreb-post berichtete. Zu diesem Zeitpunkt kannte niemand das Motiv des Mannes. Nun fand der Prozess statt.

Strafgericht von Meaux verhängt vier Monate auf Bewährung.

Der nun verurteilte Marokkaner, mit gültigem Aufenthaltstitel und Wohnsitz in Frankreich, musste sich vor dem Strafgericht in Meaux bei Paris verantworten. Da niemand die Absichten des Mannes kannte, lautete die Anklage zunächst auf „Angriff auf ein Staatsoberhaupt unter bewusster Verwendung einer potentiell tödlichen Waffe“. Erschwerend kam hinzu, dass der Angeklagte wenige Tage zuvor versucht hatte in den Wohnsitz des Königs einzudringen. König Mohammed VI. hat einen französischen Wohnsitz im Schloss Betz (Oise) in der Nähe von Paris. Das Strafgericht von Meaux sprach nun das Urteil. Der Angeklagte wurde zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Mit der einmonatigen Untersuchungshaft sind insgesamt fünf Monate Strafe zusammengekommen. Das Gericht ließ den Vorwurf hinsichtlich des „bewussten Einsatzes einer potentiell tödlichen Waffe“ fallen. Damit war es möglich ein relativ mildes Urteil auszusprechen. Der Angeklagte ist nun aus der Untersuchungshaft entlassen.

Motiv: „Ich wollte mit dem König über die Situation meines Vaters sprechen.“

Während der Verhandlung erläuterte der Angeklagte sein Motiv für den Versuch sich König Mohammed VI. zu nähern. Nach Angaben seines Strafverteidigers Samir Idir wollte der Angeklagte über die Situation seines Vaters in Marokko mit dem König sprechen. Er erhoffte sich Unterstützung. Der Vater des Angeklagten ist pensionierter Soldat. Der Vater lebe in Armut, weil seine Pension zu niedrig ist um davon zu leben. Der Richte fragte nach dieser Erklärung wie lange der Angeklagte in seinem Fahrzeug auf die Kolonne des Königs gewartet habe. Der Angeklagte konnte dies nicht genau sagen. Der Anwalt zitiert seinen Mandaten mit der Antwort: „Für meinen Vater würde ich ein ganzes Leben warten, wenn es denn sein muss.“ Der Verteidiger betonte „Mein Mandant respektiert den König sehr. Er wollte ihn nicht angreifen, sondern nur eine Lösung finden“.

Sicherheitskräfte haben besonnen gehandelt.

Während der Verhandlung wurde deutlich, dass der Angreifer großes Glück gehabt hat, dass er auf besonnene Sicherheitskräfte gestoßen ist. Sowohl die französischen Beamten, wie auch die direkten Sicherheitskräfte des Königs, stoppten den Angreifer ohne Einsatz von Schusswaffen. Der Anwalt zweier marokkanischer Sicherheitsbeamter, die als Nebenkläger gegen den Angeklagten vorgingen, betonte, dass der Angeklagte auch hätte getötet werden können. Laut Anwalt Ralph Boussier, „war es notwendig eine Strafe auszusprechen, die mögliche Nachahmer abschreckt.“ Er ergänzte, „er hätte einen Beamten mit hoher Geschwindigkeit treffen können und angesichts des Kontextes einer terroristischen Bedrohungslage und dem Ausnahmezustand in Frankreich, hätte er erschossen werden können. Es ist gut, dass die Agenten ihre Besonnenheit bewahrt haben. In den Vereinigten Staaten wäre er tot“.

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