Marokko – Regierung will Kinder aus undokomentierten Ehen erfassen und legitimieren.

Schulische Ausbildung der Kinder soll bürokratisch sichergestellt werden.

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Kinder
Kinder im Maghreb

Regierung schätzt die Anzahl der Kinder auf über 83.000 und will ihre schulische Ausbildung sicherstellen.

Rabat – Das marokkanische Innenministerium hat allen Standesämtern und Verwaltungen Mitte Oktober ein Rundschreiben zukommen lassen, in dem eine Vereinfachung der Verfahren zur Anerkennung von Kindern, die aus undokumentierten Ehen stammen, gefordert wird.

Der Generaldirektor der Gemeinschaften von Walis, Khaled Safir, wandte sich mit dem Dokument an alle regionalen Walis und Gouverneure. In dem Papier werden die Präsidenten der Gemeinderäte sowie die für die Dienste der Zivilstandsdokumente (Standesämter) zuständigen Beamten darüber informiert, wie wichtig es ist, die Verwaltungsverfahren für die Registrierung von Kindern zu vereinfachen. Artikel 16 des Familiengesetzbuches betrachtet die Heiratsurkunde, als den einzigen rechtlichen und offiziellen Heiratsnachweis. Paare ohne Heiratsurkunde stehen administrativen Hindernissen gegenüber, wenn sie versuchen, ihre Kinder in das Standes- und Zivilregister einzutragen.

Schulische Ausbildung der Kinder soll bürokratisch sichergestellt werden.

Die neue Verfügung zielt darauf ab, Probleme im Zusammenhang mit der Registrierung von Kindern zu reduzieren. Man ist auch bestrebt, die Rechte der Kinder zu schützen und ihre Berechtigung für die schulische Ausbildung zu gewährleisten. Im Januar 2018 starteten die marokkanischen Verwaltungen eine Kampagne zur Förderung der Registrierung von bisher undokumentierten Kindern im Zivilregister. Das Ministerium für Menschenrechte (PJD) teilte mit, dass die Zahl der marokkanischen Kinder, die nicht im Zivilregister eingetragen sind, derzeit auf mehr als 83.000 geschätzt wird. Die Praxis der Ehe ohne Urkunde, die als „Fatiha“ – Ehe bekannt ist, ist in Marokko nach wie vor weit verbreitet, insbesondere in ländlichen Gebieten. Die Ehe ist zwar aus religiöser Sicht gültig, wird aber nicht rechtlich anerkannt. Paare ohne legale Heiratsurkunde konnten ihre Kinder bisher nicht in das Zivilregister eintragen lassen. Die Kinder hatten daher keine Rechtspersönlichkeit und konnten bei der Anmeldung zur Schule vor Problemen stehen.

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