Marokko – Rückruf für medizinisches Personal aus dem Urlaub.

Furcht vor COVID-19 Ausbrüchen nach Eid Al Adha

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Gesundheitsminister
Marokkanischer Gesundheitsminister Prof. Khalid Ait Taleb

Gesundheitsministerium mobilisiert alle Ressourcen im Kampf gegen die Coronavirus – Pandemie.

Rabat – Das Gesundheitsministerium kündigte am heutigen Montag, dem 3. August 2020, die Streichung aller Beurlaubungen für Beschäftigte des Gesundheitswesens an.

Dies wies das Ministerium in einem Brief an die Leiter der Gesundheitseinrichtungen und Zentraldirektionen an, der öffentlich geworden ist.

Quelle Gesundheitsministerium – Rundschreiben – Rückruf für medizinisches Personal aus dem Urlaub – Streichung aller Urlaube.

Binnen 48 Stunden muss jeder wieder an seiner Arbeitsstelle sein.

Gesundheitsminister Prof. Khalid Aït Taleb kündigt „die Aussetzung des Urlaubs ab dem 3. August 2020 und bis auf weiteres“ an. Der Minister betonte, dass „derzeit beurlaubte Personen innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung dieser Entscheidung auf ihren Posten zurückkehren müssen. Aït Taleb begründet seine Entscheidung mit „der Entwicklung der Gesundheitssituation in unserem Land“. Anfang Juli hatte das Ministerium den Urlaub für zehn Tage genehmigt und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Begünstigten jederzeit abberufen werden können.

Gesundheitsministerium wappnet sich für ansteigende Patientenzahlen.

Zuletzt stiegen die Werte für Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-COV 2 deutlich an. Viel belastender ist aber die Zahl der akut mit COVID-10 erkrankten Patienten, die einer stationären Behandlung bedürfen. Die zuletzt vom Gesundheitsministerium bekanntgegebenen Zahlen, lassen befürchten, dass die Schwelle von 7.000 Patienten zeitnah überschritten werden könnte. In Casablanca gerät man bereits an erste kritische Schwellen. So soll nach lokalen Medienberichten, das vom Militär errichtete Feldkrankenhaus in der Wirtschaftsmetropole bereits zu mehr als 70% ausgelastet sein. Dort werden vor allem leichte bis mittelschwere Erkrankungen behandelt. Bei den intensivmedizinischen Kapazitäten scheint man in dem nordafrikanischen Land noch relativ hohe Reserven zu haben. Minister Aït Taleb sprach bei einer Pressekonferenz von landesweit 1.250 Intensivbetten. Derzeit werden knapp über 80 Personen im Land intensivmedizinisch behandelt.

Furcht vor COVID-19 Ausbrüchen nach Eid Al Adha

Die nächsten 14 Tage werden für Marokko nochmals kritisch. Die große Sorge ist, dass die Menschen rund um das am letzten Wochenende stattgefundene Opferfest (Eid Al Adha) noch wenige auf die Eindämmungsmaßnahmen geachtet haben und es so zu weiteren Infektionen und ggf. Infektionsherden vor allem im familiären Umfeldern gekommen ist. Durch die Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, werden sich die Auswirkungen erst langsam, dann aber eventuell gehäuft zeigen. Marokko könnte dann, erstmals seit Ausbruch der Pandemie, vor allem in den Ballungszentren, an Kapazitätsgrenzen geraten. Das Gesundheitsministerium will daher zumindest ausreichendes Personal zur Verfügung haben, auch wenn dieses erste Erschöpfungsanzeichen aufweist.

Marokko – 5.300 COVID-19 Patienten alleine in Casablanca, Tanger, Féz in Behandlung

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