Marokko – Schwere Anschuldigungen gegen Taoufik Bouachrine.

Mögliches zweites Ermittlungsverfahren gegen Taoufik Bouachrine.

Anschuldigungen
Anschuldigungen gegen den bekannten Journalisten erweitert.

Staatsanwaltschaft erweitert Anklage. Anwalt weist alle Anschuldigungen zurück.

Casablanca – Taoufik Bouachrine, der Journalist und Herausgeber der Tageszeitung Akhbar Al Yaoum sowie der Website alyaoum24.com, sitzt seit Freitag letzter Woche in Untersuchungshaft. Bisher wurde lediglich bekannt, dass es um Vorwürfe wegen sexueller Belästigung geht. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Casablanca die Anschuldigungen konkretisiert und erweitert.

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Schwere Vorwürfe von Nötigung, Missbrauch bis zu Vergewaltigung.

Wie die Staatsanwaltschaft in Casablanca nun mitteilte, werden dem bekannten Herausgeber und Journalisten schwere Taten zur Last gelegt. Über das Wochenende wurde Bouachrine, die mutmaßlichen Opfer und Beweismaterial gehört und gesichtet. Die Staatsanwaltschaft wirft Herrn Taoufik Bouachrine vor, Menschenhandel betrieben zu haben, „ebenso Missbrauch, Nötigung zu sexuellen Handlungen durch Androhung von Vergewaltigung“. Mindesten zwei Frauen bezichtigen den Journalisten der unsittlichen Annäherung sowie versuchter und tatsächlicher Vergewaltigung.

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Mögliches zweites Ermittlungsverfahren gegen Taoufik Bouachrine.

Es ist nicht ganz klar, ob die jetzige Anklage erweitert wurde, oder es sich um ein zweites paralleles Verfahren handelt. Es scheint aber weitere Anschuldigungen gegen Herrn Taoufik Bouachrine zu geben. So wird weiterhin der Vorwurf der sexuellen Belästigung erhoben. Zusätzlich wird ihm vorgeworfen Prostitution begünstigt sowie Fotografien und Videoaufnahmen von seinen Opfern gemacht zu haben, die eindeutige „Handlungen“ dokumentieren. Wie das Nachrichtenmagazin telquel meldet, soll es in diesem Zusammenhang acht mutmaßliche Opfer geben. Die Opfer sollen auf ca. 50 Videos zusehen sein, die auf dem vermeintlichen Computer sowie in einer Digitalkamera des Beschuldigten gefunden wurden.

Untersuchungshaft wird weiter angeordnet.

Aufgrund der Schwere der Anschuldigungen hat die Staatsanwaltschaft beim Gericht beantragt, dass die Untersuchungshaft bestehen bleibt. In der Zwischenzeit hat der prominente Anwalt Mohamed Ziane die Verteidigung von Bouachrine übernommen. Der Anwalt war zuletzt auch Mitglied des Verteidigerteams um den bekannten Hirak – Aktivisten Nasser Zefzafi. Wie Rechtsanwalt Ziane gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, weise sein Mandant alle Vorwürfe von sich. In einem Videobericht von Le360.ma widersprach der Anwalt deutlich der Information, dass es irgendwelche belastende Videos gibt.

Aus Sicht von Ziane spreche die Art und Weise der spektakulären Verhaftung dafür, dass es um mehr geht. Bei solchen Anschuldigungen hätte auch zunächst eine Vorladung und eine Befragung ausreichen können. Damit nährt der bekannte Anwalt die Vermutungen, dass die Verhaftung einen politischen Hintergrund haben könnte.

Die erste Anhörung vor dem Gericht in Casablanca wird nun für den 8. März 2018 erwartet.

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