Marokko – Skandal um Tote von Taroudant

Fußballplatz teilweise in Mitten des Flussbettes gebaut.

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Taroudant
Quelle Le360 - Fußballplatz Tal von Tizer Taroudant

Regierung sucht nach Verantwortlichen für den Bau des Fußballplatzes im Flussbett.

Rabat – Das Unglück von Taroudant, bei dem am Mittwochabend mindesten sieben Menschen ums Leben gekommen sind, droht für die lokale örtliche Verwaltung ernsthafte Konsequenzen nach sich zu ziehen. Bei einem Unwetter kamen im Tal von Tizer, in der Provinz Taroudant, vor allem junge Menschen ums Leben, als diese sich ein Fußballspiel in einem örtlichen Stadium angesehen hatten. Durch die Gewitter in den umliegenden Bergen sammelten sich Wassermassen, die mit große Kraft ins Tal geflossen waren. Dabei folgte das Wasser, nach jetzigen Erkenntnissen, einem alten und bekannten Flussbett. Infolge dessen wurden die Fußballspieler und Zuschauer von den Wassermassen überrascht.

Fußballplatz teilweise in Mitten des Flussbettes gebaut.

Bereits am gestrigen Donnerstag und unmittelbar nach der Sitzung des Regierungsrates kündigte der marokkanische Premierminister Dr. El Othmani an, dass die Umstände der Tragödie untersucht werden. Wie das Nachrichtenportal Le360 erfahren haben will, lag der Fußballplatz und Ort der Tragödie nicht nur unmittelbar in der Nähe des alten Flussbettes, sondern er wurde teilweise in das alte Flussbett hineingebaut. Dazu veröffentlichte das Nachrichtenportal ein Foto, auf dem man sieht, wie der Platz mindesten zu einen Drittel im Flussbett liegt.

Örtliche Aufsichtsbehörden drohen Strafen.

Die Regierung in Rabat sucht nach möglichen Schuldigen. Noch läuft die Such- und Rettungsaktion. Es werden immer noch Personen vermisst. Dennoch hat Rabat damit begonnen, die Untersuchungen einzuleiten. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Fragen, wie es dazu kam, dass der Fußballplatz an dieser Stelle gebaut werden konnte? Wurde der Bau genehmigt, illegal gebaut oder einfach nur toleriert? Auch ist unklar, weshalb das angekündigte Fußballspiel, trotz der Unwetterwarnungen und Gewitter, nicht abgesagt wurde. Der Premierminister kündigte bereits an, dass man die Untersuchungen durchführen möchte, um Schuldige zu identifizieren und ähnliche Tragödien zukünftig zu verhindern.

Marokko – Tod von 7 Menschen nach Unwettern löst Untersuchung aus.

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