Marokko – Spanien verhaftet in Kooperation mit DGST marokkanisches ISIS Mitglied.

Zusammenarbeit trotz diplomatischer Krise.

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Anti-Terroreinsatz
Quelle DGST - Einsatzbeamter und Einsatzfahrzeug des DGST im Anti-Terroreinsatz

Trotz diplomatischer Krise arbeiten die Sicherheitsdienste Marokkos und Spaniens bei der Terrorbekämpfung weiterhin zusammen.

Madrid – In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung gab die spanische Nationalpolizei bekannt, dass in Tarragona, im Nordosten Spaniens, ein marokkanischer Staatsbürger wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in der Terrororganisation Daech (ISIS sog. Islamischer Staat im Irak und Syrien) verhaftet wurde. Die Ermittlungen und die Festnahme wurden gemeinsam mit den Diensten der marokkanischen Generaldirektion für die Überwachung des Territoriums (DGST) durchgeführt, heißt es weiter.

Marokkanischer Staatsbürger wirbt in Spanien für Terrorismusorganisation.

Nach ersten Erkenntnissen der spanischen Behörden war der nun Festgenommene an der Anwerbung und Indoktrinierung Dritter für Daech (ISIS) beteiligt. Dabei nutzte er mutmaßlich überwiegend soziale Netzwerke. Dem Mann werden auch regelmäßigen Kontakt zu Terroristen, die sich in den Konfliktgebieten des Nahen Ostens aufhielten oder aufhalten nachgesagt, so der Bericht der spanischen Polizei weiter. Er verherrlichte auch die Terrororganisation Islamischer Staat, indem er dschihadistische Inhalte, darunter Hinrichtungsvideo, im Internet verbreitete haben soll.

Die Ermittlungen haben bereit nach einer Operation vom 20. Mai 2020 begonnen, bei der zwei Personen in Bolanos de Calatrava wegen Indoktrination und Propaganda für die Terrororganisation festgenommen worden waren.

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Zusammenarbeit trotz diplomatischer Krise.

Zwischen Marokko und Spanien bestehen seit Monaten diplomatische Verstimmungen und die Beziehungen scheinen auf zahlreichen Ebenen in einer Krise zu stecken. Die diplomatische Krise wurde final durch den Versuch ausgelöst, die Aufnahme des Polisario-Führers Brahim Ghali in Spanien zur COVID-19 Behandlung zu verheimlichen. Für Rabat ist die Polisario, die bewaffnet und von Algerien unterstützt für eine unabhängige Westsahara gegen Marokko kämpft, eine Terrororganisation und die Aufnahme von Brahin Ghali durch Spanien führte zum Abbruch der diplomatischen Kontakte und dem Rückruf der marokkanischen Botschafterin aus Madrid. Für Marokko ein Ausdruck des Vertrauensverlustes gegenüber Spanien. Erst nach einer Kabinettsumbildung und der Benennung des neuen Außenministers José Manuel Albares, der in Richtung Rabat versöhnlicherer Töne anschlägt, kam Bewegung in die Überwindung der Spannungen, wobei es bisher kein persönliches Treffen zwischen dem spanischen Außenminister und seinem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita gab. Doch trotz der diplomatischen Schwierigkeiten scheinen die Sicherheitsdienste weiterhin zu kooperieren.

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