Marokko – Teenager stirbt in einer Kohlemine in Jerada.

Mehrer hundert Menschen protestieren wieder in Jerada.

Jerada
Neuerliche Proteste in Jerada nach Grubenunglück.

Bei einem Unfall in einer stillgelegten Kohlemine stirbt ein 18-Jähriger.

Oujda – Die ehemalige Bergbau- und Kohleregion rund um die Stadt Jerada, im Nordosten Marokkos, trauert um einen jungen 18-Jährigen Teenager. Er kam am heutigen Mittwoch in einer stillgelegten Kohlemine ums Leben. Dies berichtet France24 unter Beruf auf die Nachrichten Agentur AFP und lokale Medien. Der Junge soll in den verlassen Minenschacht gestiegen sein, um mit Freunden Kohle zu fördern. Dabei sollen Teile des Schachtes auf ihn eingestürzt sein. Rund um Jerada gibt es viele Minenschächte und Stollen, die von den Menschen ausgebeutet werden. Diese Minen entstanden gegen Ende der 90er Jahre, nach der Schließung der Kohlebergwerke. Seit dem gilt die Stadt Jerade, die zur Präfektur Oujda gehört, als verarmt und wirtschaftlich unterentwickelt. Viele Menschen leben vom Kohleabbau, der in schlecht ausgebauten und abgesicherten Minen stattfindet.

Mehrer hundert Menschen protestieren wieder in Jerada.

Der Tod des Teenagers, soll nach Medienberichten, zu einer Demonstration von hunderten Bewohnern geführt haben. Im vergangenen Dezember 2017 führte der Unfalltod zweier Brüder sowie von zwei weiteren Todesfällen unter ähnlichen Umständen, zu monatelangen Unruhen und Protesten in der Stadt. Ein im April lancierter Entwicklungsplan trug dazu bei, die letzten Demonstranten der Proteste in Jerada zu beruhigen. Während der Protese soll es bis zu 100 Verhaftungen durch die Sicherheitsbehörden gegeben haben. Eigentlich dürfte es solche Vorfälle nicht mehr geben, da die Regierung in Rabat angekündigt hatte, alle offenen und ungesicherten Minenschächte zu schließen.

Empfohlener Artikel