Marokko – Über 50.000 Verhaftungen wegen Verstößen gegen die Ausgangssperren.

Infektionsketten sollen unterbrochen werden.

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DGSN
Quelle DGSN Facebook - Polizeikontrolle

Sicherheitsdienste und Staatsanwaltschaften kündigen weiterhin hartes Durchgreifen an.

Rabat – Die massiven Eingriffe in die bürgerlichen Rechte der Marokkanerinnen und Marokkaner, im Rahmen der Coronavirus – Pandemie, dauern nun mehr als einen Monat an und sollen noch mindesten bis zum 20. Mai 2020 andauern. Zu den sog. Eindämmungsmaßnahmen gehören unter anderem Reisebeschränkungen und eine allgemeine Ausgangssperre. Zur Durchsetzung der Maßnahmen kontrollieren die Sicherheitsdienste, unter der Aufsicht der Direction Générale de la Sûreté Nationale (DGSN), und das Militär umfangreich. Bei festgestellten Verstößen gegen die Eindämmungsmaßnahmen drohen Verhaftungen und Strafverfahren.

In einer aktuellen Erklärung teilte das DGSN mit, dass seit der Ausrufung des medizinischen Notstands durch die staatlichen Behörden, insgesamt 50.136 Personen in allen Städten des Königreichs verhaftet worden seien, von denen 27.172 nach Erkennungsmaßnahmen und der vorläufigen Inhaftierung durch die Polizei an die zuständigen Staatsanwälte überwiesen worden seien. Ihnen droht nun ein Gerichtsverfahren und Strafen von einem und bis zu drei Monaten Haft sowie Geldbußen von 300 marokkanische Dirham und bis zu 1.200 MAD.

Infektionsketten sollen unterbrochen werden.

Noch immer breitet sich das Coronavirus SARS-COV 2 in Marokko aus und dies trotz der getroffenen Maßnahmen. In Marokko scheinen Teile der Bevölkerung die Vorgaben des Staates nicht ausreichend zu respektieren und die Gefahr für sich selbst und andere zu unterschätzen oder gar zu ignorieren. Nach vier Wochen der Einschränkungen steigen die Zahlen der Neuinfektionen weiter an, anstatt zu sinken. In Folge dessen musste die Regierung die Ausgangssperre bis zum 20. Mai verlängern. Dadurch sollen die Infektionsketten unterbrochen werden. In diesem Zusammenhang versichert das DGSN, dass ihre Dienststellen weiterhin die Kontrollmaßnahmen in allen Städten verstärken und ihre Interventionen mit den verschiedenen öffentlichen Behörden koordinieren werden, um die umfassende und strikte Anwendung des Ausnahmezustands durchzusetzen und so die medizinische Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten.

Liste der Verhaftungen nach Orten oder Provinzen.

Die Verhaftungen verteilten sich wie folgt auf die Polizeipräfekturen und die regionalen und provinziellen Sicherheitsdienste:

Coronavirus
DGSN gibt Zahl der Verhaftungen nach Regionen bekannt. Verstösse gegen die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus

Polizeipräfektur Casablanca (6.980), Polizeipräfektur Rabat (6.684), Polizeipräsidium von Marrakesch (4.603), Polizeipräsidium von Oujda (4.468), Polizeipräsidium von Agadir (3.622), Sicherheitsdienst der Provinz Salé (3109), Polizeipräsidium von Meknés (2.618), Polizeipräsidium von Beni Mellal (1.915), Polizeipräfektur Tetouan (1.883), Polizeipräfektur Féz (1.533), Provinzsicherheit El Jadida (1.372), Polizeipräfektur Settat (1.217), Polizeipräfektur Tanger (1.212) Sicherheit der Provinz Ouarzazate (1.011), der Polizeipräfektur Laayoune (831), der regionalen Sicherheit von Errachidia (635), der Sicherheit der Provinz Safi (459), der regionalen Sicherheit von Taza (454) und der regionalen Sicherheit von Al Hoceima (206).

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