Marokko – Unwetter verursachen weitere Flutschäden.

Große Schäden für die Landwirtschaft. Ortschaften von der Außenwelt fast abgeschnitten.

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Unwetter
Sturzfluten nach Unwettern

Region um Marrakech erlebte am Wochenende Unwetter und Sturzfluten.

Rabat – Das nordafrikanische Land erlebt derzeit verstärkt Unwetter. Der sonst stets erhoffte Regen, gerade in den trockenen Regionen und in den Hochlagen des Atlasgebirges, verursacht aktuell weniger Segen sondern erhebliche Schäden. Ende der letzten Woche führte ein schweres Gewitter in der Region Taroudant zu einer Überschwemmung, bei der wahrscheinlich acht Menschen ums Leben gekommen sind. Nun hat es am vergangenen Wochenende die Region Imlil getroffen. In der ca. 70 km von Marrakech entfernten Region reichte ein schweres Gewitter, dass nach Medienberichten lediglich 15 Minuten dauerte, um einen ausgetrockneten Flusslauf zu füllen und eine Schlammlawinen ins Tal zu schieben. Fünfzehn Minuten Regen reichten aus, um die Region Imlil zu verwüsten. Die Schlammlawine hat Gebäude, Brücken und landwirtschaftliche Nutzflächen unter sich begraben bzw. erheblich beschädigt. Wie durch ein Wunder sind keine Menschen getötet oder verletzt worden.

Video und Fotos zeigen die Sturzflut.

Von den Ereignissen und Folgen der Sturzflut in der Region Imlil zeugen zahlreiche Fotos und Video, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Die Schlammwelle trug in sich riesige Steinblöcke und Autos, die sich nun am Ufer der Flüsse wiederfinden. „Wir haben dieses Phänomen seit dem 17. August 1995 nicht mehr gesehen“, erinnert sich Mohamed Azougah, Mitglied der „Generations Association“, die im Imnane-Tal tätig ist, gegenüber dem marokkanischen Nachrichtenmagazin TelQuel. „Glücklicherweise haben diese schlammigen Bäche keine menschlichen Opfer oder Verletzte gefordert“, bestätigt Abdellatif Jaidi, Kommunikationsmanager der Provinz El Haouz. Es wurden jedoch erhebliche Sachschäden festgestellt. In Imlil wurden fünf Autos von der Schlammwelle weggerissen und sind im Felssturz gefangen. Darüber hinaus ist eine Brücke durch die Last vollständig blockiert. „Der Katastrophenschutz ist mobilisiert, um die Lasten abzuräumen und die Brücke wieder benutzbar zu machen“, sagt Herr Jaidi weiter.

Gepostet von Jamal Eddine Lahkim am Montag, 2. September 2019

Große Schäden für die Landwirtschaft. Ortschaften von der Außenwelt fast abgeschnitten.

Die Sturzflut hat erhebliche Schäden an der landwirtschaftlichen Nutzfläche verursacht. Teilweise wurden die Zugangswege in die Ortschaften beschädigt, was auch für den umliegenden Verkehr zu Störungen führt. „Die Walnussbäume, die vor einigen Jahrzehnten in das Bett des Wadi (Fluss) gepflanzt wurden, sind alle entwurzelt worden, und das überschwemmte Land wird in den kommenden Monaten nicht wieder bepflanzt werden können“, sagt Mohamed Azougah. Außerdem ist die Stadt durch die Erdrutsche und den Anstieg des Niveaus des Wadi fast isoliert. „Mindestens vier Transporter sind in der Nähe von Imnane blockiert und konnten seit gestern nicht mehr vorankommen“, berichtet er weiter. Der Provinzsprecher seinerseits weist darauf hin, dass in der Region keine Engstelle gemeldet wird „dank der Intervention der zuständigen Dienste, die sofort mobilisiert wurden, um die Straßen zu befreien, die zu den beiden Dörfern führten“.

Glück im Unglück

Trotz der Schäden an den landwirtschaftlichen Flächen und an der Infrastruktur gab es keine Opfer, wie wenige Tage zuvor in der Nähe von Taroudant. Offensichtlich kamen die Unwetterwarnungen noch rechtzeitig und wurden auch an die Bewohner in der Region weitergegeben. Wenn der Schaden durch diese „ungewöhnliche“ Flut eher „gering“ ausgefallen ist, dann ist dies zum Teil auf eine proaktive Intervention der lokalen Behörden zurückzuführen, die die Bevölkerung auf einen wahrscheinlichen Anstieg des Wadi-Spiegels aufmerksam machten, nachdem die Nationale Meteorologische Direktion (MND) am Morgen schwere Gewitter in der Provinz El Haouz angekündigt hatte, so der Sprecher der Provinz. „Die Provinz hat die Behörden über ein mögliches schlechtes Wetter informiert. Gegen 10 Uhr morgens brachen die Moqq-Qadems (Beamten) auf, um die lokale Bevölkerung zu warnen und ihnen zu verbieten, sich dem Wadi-Bett zu nähern“, erklärt Abdellatif Jaidi. Diese Informationen wurden von Mitglieder der „Generations Association“ bestätigt.

Marokko – Skandal um Tote von Taroudant

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