Marokko – Urteile zu sexuellem Übergriff von Benguerir gefällt.

Zwei Mitangeklagte zu acht und zwei Jahren verurteilt.

Video
Sexueller Übergriff gefilmt. Marokko schockiert. Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Urteile gesprochen.

Täter insgesamt zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Marrakech – Der Fall einer jungen Schülerin, die in der Nähe von Benguerir Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden war, bewegte Marokko. Die Täter hatten den Übergriff per Video aufgezeichnet und weitergeleitet. Das Video kursierte wochenlang in den sozialen Netzwerken und schockierte die Bürgerinnen und Bürger innerhalb und außerhalb Marokkos, nicht zuletzt durch die gezeigte Niedertracht der Täter und den Appellen des Opfers an seine Täter den Angriff zu beenden (Hast du keine Schwester? …). Seit April verhandelt die zweite Strafkammer des Gerichts von Marrakech den Fall. Nun wurden die Urteile gesprochen.

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Drei Täter zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Durch das in sozialen Netzwerken kursierende Video, war der Fahndungsdruck auf die Behörden und auf die Täter groß. Die Sonderabteilung für IT – Forensik der Nationalen Sicherheitsagentur konnte das Video schnell analysieren und dazu beitragen, dass der Haupttäter und das Opfer binnen 24h identifiziert wurden. Weitere zwei Mittäter wurden ebenfalls nur wenige Tage später ermittelt. Die zweite Strafkammer des Gerichts von Marrakech hat nun drei Männer wegen der versuchten Vergewaltigung der jungen Schülerin zu insgesamt 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Haupttäter zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht verurteilte den Haupttäter, wegen versuchter Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall zu 10 Jahren Gefängnis. Das Video zeigt, wie der 21-jährige Mann versucht hat, der Schülerin die Kleidung zu entreißen, um sie unsittlich zu berühren, was er letztendlich auch tat. Als besonders schwer wird die Tat eingestuft, weil das Video einen klaren Vorsatz mit Vorplanungen belegt und auch sonst keine geminderte Schuldfähigkeit, wie eine temporäre Unzurechnungsfähigkeit durch Drogen oder Alkohol, bestanden hat. Obwohl es anscheinend nicht zu einer vollendeten Vergewaltigung gekommen ist, sieht das Gericht die Haftstrafe von 10 Jahren für angemessen. In Deutschland regelt der § 177 Abs. 1 bis 3 Strafgesetzbuch das Strafmaß bei sexuellen Übergriffen, sexuellen Nötigungen oder Vergewaltigungen. Hier sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor.

Zwei Mitangeklagte zu acht und zwei Jahren verurteilt.

Bei den Ermittlungen wurden zwei weitere Personen verhaftet, angeklagt und nun verurteilt. Der zweite Täter, ein 20-Jähriger, der beschuldigt wurde das Video erstellt zu haben, wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden nicht nur Mittäterschaft und Beihilfe vorgeworfen, sondern die Absicht einer geplante Erpressung oder Verleumdung des Opfers. Der dritte Angeklagte, ein 23-jähriger Mann, wurde beschuldigt, das Verbrechen nicht gemeldet zu haben, als er als erste Person das Video erhalten hatte. Er wurde zu 2 Jahren Haft verurteilt.

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