Marokko – Vorbereitungen für zweiten Satelliten laufen.

Satellit soll 500 Millionen Euro kosten.

Möglicher Start eines zweiten Überwachungssatelliten noch im November 2018.

Rabat – Das Königreich Marokko bereitet den Start eines zweiten Satelliten vor. Wie marokkanische Medien berichten, laufen die Vorbereitungen zügig voran. Auch der neue Satellit soll zur Überwachung des Staatsgebiets aber auch angrenzender Regionen eingesetzt werden. Daher sprechen viele auch von einem Überwachungssatellit oder gar von einem Spionagesatelliten. Marokko verfügt bereits über einen ersten Satelliten, mit dem Namen Mohammed VI.- A, den das Land mit französischer Hilfe gebaut und ins All gebracht hat. Marokko ist das erste Land Nordafrikas und an den Grenzen zu Europa, das über ein eigenes Satellitensystem verfügt.

Neuer Satellit ebenfalls mit Hilfe Frankreichs gebaut.

Nach dem für Marokko erfolgreichen Start des ersten Satelliten, soll auch der zweite Satellit vom Raumfahrtbahnhof im Französisch-Guayana ins All gebracht werden. Die Tageszeitung „Al Massae berichtet, in ihrer Ausgaben vom heutigen Dienstag (dem 4. September 2018), dass der Start noch im November dieses Jahres stattfinden soll. Der neue Satellit ist Baugleich mit dem Satelliten Mohammed VI.-A. und wurde ebenfalls vom europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gebaut. Marokko will diese Technologie im Kampf gegen illegale Einwanderung, die Jagd auf terroristische Gruppen in der Sahelzone, gegen den Schmuggel aller Art, gegen Piraten vor Guinea sowie zur Überwachung der Grenzen des Königreichs einsetzen. Die Satelliten werden vom marokkanischen Militär überwacht und gesteuert. Die Kontrollstation befindet sich auf einem Außengelände des Hauptstadtflughafens Rabat/Salé.

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Satellit soll 500 Millionen Euro kosten.

Beide Satelliten liefern zur Überwachung hochauflösende Bilder bis zu einer Annäherung von 50 cm. Die Satelliten können miteinander vernetzt agieren und dynamisch auf Ziele ausgerichtet werden. Neben der Überwachung des marokkanischen Luftraumes besteht das Potential weit in die algerischen und spanischen Hoheitsgebiete hineinzusehen, um so militärische Positionen, z.B. der Polisario, zu überwachen. Ein strategisches Potential, dass zu Protesten beider Länder geführt hat. Auch der zweite Satellit ist bereits 2013, während eines Besuches des damaligen französischen Staatspräsidenten, François Hollande, unter strengster Geheimhaltung von Marokko erworben worden. Der Kaufpreis soll bei 500 Millionen Euro pro Stück liegen. Es ist von einer Lebenszeit von mindestens fünf Jahren auszugehen.

Marokkos erster Satellit
Marokkos erster Satellit im All ausgesetzt.

Marokko eines der wenigen Ländern mit eigenem Satellitensystem in Afrika

Marokko ist das erste Nachbarland Europas, das über eine eigene Satelliteninfrastruktur verfügt. Auf der Ebene der afrikanischen Länder gesellt sich das Königreich als drittes Land zu Ägypten und Südafrika. Wie der neue Satellit heißen wird, ist noch unklar. Es ist aber zu vermuten, dass er schlicht Mohammed VI.-B heißen wird.