Marokko – Wassermangel – erste Städte rationieren Trinkwasser

Regierung hat einen Aktionsplan angekündigt.

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Trinkwasser - Glas - mit Wasser

Folgen der Dürre kommen nun bei den Bürgerinnen und Bürger direkt an. Nach Nutzwasser wird auch Trinkwasser knapp.

Casablanca – Marokko leidet unter Wassermangel in Folge niedriger Niederschläge im vergangenen Herbst und Winter. Obwohl Experten und auch die Behörden auf die niedrigen Pegelstände in den Staubecken aufmerksam machten und die Bevölkerung zum Wassersparren aufgerufen haben, scheint es ohne Einschränkungen nicht mehr zu gehen. Seit dem 1. August 2022 wird die Menge des Trinkwassers in der Provinz Berrechid, südlich von Casablanca, täglich reduziert, indem zunächst die Durchlaufmenge und damit auch der Wasserdruck reduziert werden. Diese Reduzierung wird jeden Tag von 22 Uhr bis 7 Uhr stattfinden. Diese Maßnahme wird die Trinkwasserversorgung der Bewohner grundsätzlich nicht gefährden, so die verantwortlichen Behörden.

ONEE kündigt Maßnahmen an.

Die Regionaldirektion des Office National de l’Électricité et de l’Eau potable (ONEE) in Khouribga gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie ab Montag, dem 1. August, gezwungen sein wird, die Trinkwassermenge zu reduzieren, was als Reaktion in mehreren Regionen des Königreichs auf den herrschenden „Wasserstress“ zurückzuführen sei.

„Aufgrund der Hitzewelle, die unser Land in den Sommermonaten erlebt, steige die Nachfrage nach Trinkwasser angesichts der aktuellen Situation. Diese sei gekennzeichnet durch einen starken Rückgang der Wasserressourcen aufgrund mangelnder Niederschläge und aufeinanderfolgender Dürrejahre in Marokko in den letzten Jahren“, so die Erklärung.

Diese Situation habe zu einem Absinken des Wasserstandes in den Dämmen bzw. im Grundwasser geführt, was eine kollektive Mobilisierung zur rationellen Nutzung des Trinkwassers erfordere.

Regierung hat einen Aktionsplan angekündigt.

Nizar Baraka, Minister für Ausrüstung und Wasserressourcen, hat seinen Aktionsplan zur Verbesserung der Situation bereits vor zwei Wochen im Repräsentantenhaus vorgestellt.

Baraka wies damals darauf hin, dass die Logik, nach der das Ministerium arbeitet, „eine der Solidarität sei, die darauf abziele, die Küstenstädte mit Entsalzungsanlagen und die Städte im Landesinneren mit Staudämmen zu versorgen“.

Die alarmierende Situation in Marokko, wie auch in anderen Ländern, erfordere jedoch eine stärkere nationale Führung bzw. Zusammenarbeit in dieser Frage.

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