Marokko – Zahlreiche Tee – Sorten mit Pestiziden belastet.

Tee - Konsum in Marokko hoch.

Tee
Hoher Konsum von Tee in Marokko

Verbraucherverbände prüfen strafrechtliche Schritte gegen die Anbieter.

Rabat – Ende Februar berichtete das marokkanische Nachrichtenmagazin telquel darüber, dass in zahlreichen Produkten, unterschiedlicher Anbieter von Tees in Marokko, bedenkliche Mengen an Pestiziden gefunden wurden.

Insgesamt wurden Produkte von 11 marokkanischen Marken, von einem unabhängigen europäischen Labor, analysiert. In allen untersuchten Proben wurden Rückstände von insgesamt 29 unterschiedlichen Pestiziden gefunden. Die Belastungen der Tee – Sorten sind erschreckend, da durchschnittlich 20 Pestizide pro Probe gefunden wurden. Noch vor einem Monat hat das marokkanische Amt für Lebensmittelsicherheit (ONSSA), nach Angaben von telquel, das Vorhandensein von Pestiziden verneint. Kaum vier Wochen später prüfen die Verbraucherverbände nun die marokkanische Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Tee – Konsum in Marokko hoch.

Für Marokko und zahlreiche anderen Länder des Maghreb ist Tee ein wichtiges Getränk. Bei zahlreichen Gelegenheiten wird der meist grüne Tee mit Minze und reichlich Zucker getrunken und z.B. den Gästen gereicht. Es wird geschätzt, dass die Marokkanerinnen und Marokkaner durchschnittlich 1,8 Kilogramm Tee pro Jahr und Kopf konsumieren. Damit würden große Mengen an Pestiziden in die Körper der Menschen gelangen. Entsprechend groß ist die Empörung im Land. Bereits kleine Kinder bekommen nicht selten den Tee. Gerade für Kinder sind Pestizide eine Gefahr für die Entwicklung. Da die Tee – Sorten aus Marokko auch bei den MREs beliebt sind, muss befürchtet werden, dass die im Ausland lebenden Marokkaner ebenfalls betroffen sind.

Verbraucherverbände sehen Versagen der Behörden.

Im Zusammenhang mit der Untersuchung zeigte sich der Gesamtverband der Verbraucherorganisationen FNAC verärgert. Die Absicht die Staatsanwaltschaft zu einer Untersuchung zu veranlassen, soll auch als Hinweis auf ein Versagen der Aufsichtsbehörden gewertet werden.

Gegenüber telquel äußerte sich der Generalsekretär Wadi Madih: „Wir haben den Organe vertraut, dass der Markt in unserem Land kontrolliert wird […], aber jetzt, da wir andere Informationen haben, die dieser Annahme widersprechen, müssen wir die Wahrheit ermitteln“.  Wenn das Verfahren erfolgreich eingeleitet wird, wird dies die erste Beschwerde sein, die von der FNAC seit ihrer Gründung im Jahr 1993 eingereicht wurde, so das Nachrichtenmagazin. Da haben nicht nur die staatlichen Aufsichtsbehörden bisher ihren Job nicht gemacht.

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