Marokko – Zeitzeuge und Politiker Mahjoubi Aherdan stirbt im Alter von 100 Jahren.

Einfluss auf die politische Parteienlandschaft noch für viele Jahre

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Mahjoubi Aherdan
Quelle MAP - Politiker und Zeitzeuge Mahjoubi Aherdan stirbt im Alter von 100 Jahren

Freiheitskämpfer, Künstler und Politiker Mahjoubi Aherdan erliegt schwerer Krankheit.

Rabat – Nach einem langen Kampf mit seiner Krankheit starb der legendären marokkanische politische Führer Mahjoubi Aherdan am Sonntagmorgen im Alter von 100 Jahren in Rabat.

Der gebürtig aus Oulmes stammende Aherdan blickte auf eine lange politische Karriere zurück, die unter dem französischen Protektorat begann und noch lange nach der Unabhängigkeit Marokkos voranschritt.

Er war einer der Gründungsmitglieder der marokkanischen Volksbewegung (MP) im Jahr 1957, zusammen mit Abdelkrim al-Khatib, der während des zweiten marokkanischen Kongresses 1962 in Marrakech als deren Generalsekretär fungierte.

Mahjoubi Aherdan diente nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 als Wali (Gouverneur) von Rabat und war Mitglied der ersten marokkanischen Regierung. Von 1961 übernahm er mehrere Ministerposten. Er fungierte unter anderem als Verteidigungs- und Landwirtschaftsminister.

Einfluss auf die politische Parteienlandschaft noch für viele Jahre

Im Juni 1991 wurde er von seinem Posten als Parlamentssekretär abberufen. Die Entlassung aus der politischen Partei, die er 1957 mitbegründete, beendete jedoch nicht seine politische Karriere.

Im Oktober 1986 gründete er eine neue Partei, die Nationale Volksbewegung, und gewann die Kommunalwahlen im Juni 1997.

Im März 2006 beschlossen die Führer der marokkanischen Volksbewegung, der Nationalen Volksbewegung und der Demokratischen Union, sich zu einer Partei zusammenzuschließen.

Die Mitglieder der neu vereinigten Volksbewegung wählten Mahjoubi Aherdane zum Vorsitzenden der Partei.

Neben seiner illustren politischen Karriere war Aherdan auch für seine künstlerischen Talente als Maler und Dichter bekannt.

Der verstorbene politische Führer hinterlässt ein langes Vermächtnis, das die marokkanische Politik noch lange beeinflussen wird.
Seine Beerdigung findet am Montag in seiner Heimatstadt Oulmes statt.

 

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