Marokko – Zivile Organisationen rufen im Fall Raissouni zum Protest auf.

Gemeinsame Erklärung kritisiert Gesetzgebung und Justiz

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Hajar Raissouni
Journalistin Hajar Raissouni verhaftet.

Aufruf zur Demonstration vor dem marokkanischen Parlament in Rabat.

Rabat – Das Urteil gegen die junge Journalistin Hajar Raissouni sowie weitere Mitangeklagter hat unter den Intellektuellen und liberalen Gesellschaftsgruppen für Unmut und Empörung gesorgt. Viele Künstler und politisch aktive Personen sowie Juristin und Journalisten kritisierten das Verfahren und die Anklagepunkte. Nachdem Hajar Raissouni und ihr Verlobter am 30. September 2019 zu einem Jahr Gefängnis und ihr Arzt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden, forderten mehrere Verbände, darunter die Marokkanische Vereinigung für Menschenrechte (AMDH), zu einer Demonstration am heutigen 2. Oktober 2019 auf.

Marokko – 1 Jahr Gefängnis für Hajar Raissouni

Gemeinsame Erklärung kritisiert Gesetzgebung und Justiz

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilen die Verbände, die mutmaßlich „unfairen Verfahren und harten Urteile“ gegen die Angeklagten im Fall Hajar Raissouni. Die Unterzeichner fordern eine „unabhängige Justiz, die Rechte und Freiheiten achtet“, und fordern gleichzeitig „die Aufhebung veralteter Gesetze, die gegen Raissouni und die Mitangeklagten zur Anwendung kamen und die gegen die in der internationale Menschenrechtskonventionen garantierten Rechte auf individuelle Freiheiten verstoßen“. In der Folge wurde auch eine Petition veröffentlicht, in der „die marokkanischen Behörden aufgefordert werden, diese schäbigen Verfolgungen einzustellen[….] und Gesetze zu erlassen, um die Grundrechte der Frauen und die Meinungsfreiheit im Königreich zu gewährleisten.

Die Demonstration soll ab 17:30 Uhr Ortszeit in Rabat, vor dem marokkanischen Parlament, stattfinden.

Erklärung
Fall Raissouni – Petition von Verbänden fordert zu Reformen auf.
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