Marokko – Zweiter marokkanischer Satellit vor dem Start.

Marokkos zweiter Satellit soll der Erdbeobachtung dienen.

514

Offizielle Bestätigung des Starttermins von Mohammed VI. – B

Rabat – Der Start des zweiten marokkanischen Satelliten König Mohammed VI. – B erfolgt am kommenden Dienstag, den 20. November 2018. Der Start von der Raumstation Kourou in Französisch-Guayana wurde nun offiziell bestätigt. Der Abschuss der Trägerrakete VEGA ist für den späten Abend gegen 22:40 Uhr Kourou-Ortszeit (d.h. am 21. November um 2:40 Uhr marokkanischer Zeit) geplant. Dies bestätigte die marokkanische Raumfahrtbehörde CSG und Arianespace.

Marokkos zweiter Satellit soll der Erdbeobachtung dienen.

Gemeinsam mit dem ersten Beobachtungssatelliten soll auch Mohammed VI. – B als Erdbeobachtungssystem eingesetzt werden. Der erste Satellit wurde am 7. November letzten Jahres im Weltall ausgesetzt. Beide Satelliten sind aufeinander abgestimmt und bilden ein gekoppeltes System. „Der Satellit Mohammed VI. – B wird hauptsächlich für die Kartierung und Vermessung, die regionale Entwicklung, die landwirtschaftliche Überwachung, der Verhütung und Bewältigung von Naturkatastrophen, der Überwachung von Umweltveränderungen und Wüstenbildung sowie für die Grenz- und Küstenüberwachung eingesetzt“, so die offizielle Erklärung Marokkos. Die Koppelung der beiden Satelliten erlaubt es das Territorium des Königreiches nahezu flächendeckend und flexibel zu überwachen. Durch die optischen Systeme sind Einblicke auch über die Grenzen Marokkos hinaus detailliert möglich.

Lesen Sie auch: Marokkos erster Satellit erfolgreich ins All geschossen.

Marokko investiert ca. 500 Mio. Euro.

Das lange Zeit nur einem kleinen Kreis bekannte Projekt wurde 2013 von König Mohammed VI. und dem damaligen französischen Präsidenten François Hollande vereinbart.

Mohammed VI. - B
Satellit Mohammed VI. – B

Gebaut wurden beide Satelliten vom europäischen Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus Defense & Space und dem französisch-italienischen Raumfahrtunternehmen Thales Alenia. Beide Satelliten sollen das Königreich ca. 500 Millionen Euro gekostet haben. Das nordafrikanische Königreich Marokko ist erst das dritte Land auf dem afrikanischen Kontinent, das über Kapazitäten im Weltraum verfügt. Neben Marokko haben nur Ägypten und Südafrika Satelliten im Weltraum stationiert.

Satellitensteuerung durch das marokkanische Militär.

Die technische Steuerung des neuen dualen Beobachtungssystems erfolgt durch eine Sondereinheit des marokkanischen Militärs. Die Bodenstation befindet sich in der Nähe des Hauptstadtflughafens Rabat – Salé. Die optischen System und die Reichweite erlauben Beobachtungen bis auf wenige Meter genau. Das Marokko über ein solches System verfügt und die Steuerung durch das Militär erfolgt, sorgte bereits im letzten Jahr für Kritik und Unbehagen bei den Nachbarn, insbesondere bei Algerien und Spanien. Die jeweiligen Militärs brachten ihre Sorge deutlich zum Ausdruck. Spaniens Militär kritisiert, dass die Beobachtungsmöglichkeiten des neuen Systems die eigenen militärischen Strategien tangieren. Marokko hat den ersten Satelliten bereits zur Beobachtung der Pufferzone zwischen Marokko und Algerien eingesetzt, um gegenüber der UNO die, in Rabat als Verletzung des Waffenstillstandsabkommens bewerteten, Aktivitäten der Polisario nachzuweisen.