Massenpanik mit Toten und Verletzten in Sidi Boualem.

Eine offizielle Delegation der Regionalregierung vor Ort und in den Krankenhäusern.

Massenpanik
Massenpanik vor einer Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige.

Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe ergriffene Maßnahmen.

Am gestrigen Sonntag ereignete sich am frühen Mittag auf dem Marktplatz von Sidi Boualem, einem Dorf in der Nähe von Essaouira, eine Massenpanik – maghreb-post berichtete. Unter den geschätzten 1.000 überwiegen Frauen entwickelte sich erst ein Gedränge und anschließend eine Panik, bei der es Tote und Verletzte gegeben hat.

Nach Medienberichten schwankt die Opferzahl zwischen 15 und 38 Toten. Nach offiziellen Angaben des marokkanischen Innenministeriums von gestern gab es 15 Tote und fünf verletzte Frauen. Dies meldete die marokkanische staatliche Presseagentur MAP. Zusätzlich soll es mehrere Schwerverletzte Beamte der Polizei und des regionalen Gesundheitsministeriums gegeben haben. Frau Dr. Zakaria Ait Lahcen, Chefärztin und Leiterin eines Netzwerks von Gesundheitseinrichtungen in Essaouira, bestätigte gegenüber „Le Site info“, dass sich unter den Opfern der Massenpanik ausschließlich Frauen befinden. Sie bestätigte auch, dass ein Rettungshubschrauber eine Frau, die sich in einem sehr ernsten Zustand befand, in das Universitätskrankenhaus von Marrakesch geflogen hat. Weitere vier verletzte Frauen sollen sich mit Stand gestern Abend noch in einem kritischen aber stabilen Zustand befinden.

Massenpanik vor einer Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige.

Die Region leidet unter extremer Armut, was immer wieder vor allem bedürftige ältere Frauen aus den umliegenden Dörfern dazu bewegt, sich Lebensmittelunterstützung im Ort Sidi Boualem abzuholen. Dort verteilt ein sozialer Verein auf dem Wochenmarkt regelmäßig Lebensmittelpakete. Die Lebensmittelhilfe bestand aus Mehl, Öl und Tee. Regelmäßig bildet sich vor der Ausgabe ein großes Gedränge, dass nun schreckliche Folgen hatte. Der Leiter des Vereins ist Abdelkabir El Hadidi, ein Imam der Essabil-Moschee in Casablanca. Nach Medienberichten soll er von den Behörden zu einem Verhör einbestellt worden sein. Ihm wird vorgeworfen unzureichende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen zu haben. Dies sind aber von offizieller Seite unbestätigte Meldungen. Offensichtlich waren die Behörden vor Ort. Unter den noch in Behandlung befindlichen Personen sollen ein Polizist und ein Beamter der regionalen Gesundheitsbehörde sein. Sie konnten aber die Panik nicht verhindern.

König Mohammed VI. drück sein Beileid aus und weißt Untersuchung an.

Noch am gestrigen Nachmittag gab das Innenministerium eine Erklärung von König Mohammed VI. bekannt. König Mohammed VI. drückte allen Familienmitgliedern und Hinterbliebenen sein Beileid und Bedauern aus. Der Monarch sicherte zu, dass der Palast sich um die Beerdigungen der Opfer und um die Behandlung der Verletzten kümmern wird. Alle Kosten werden vom Palast übernommen und die Familien unterstützt. Das Innenministerium bestätigte auch, dass König Mohammed VI. angewiesen hat, dass der Vorfall untersucht werden müsse, um die Ursachen zu klären und ggf. Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen zu können. In der Zwischenzeit hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Eine offizielle Delegation der Regionalregierung vor Ort und in den Krankenhäusern.

Wohl auf direkte Anweisung von König Mohammed VI. reiste noch am gestrigen Sonntag eine hochrangige Delegation der Regionalregierung an den Ort der Katastrophe. Die Delegation wurde vom Wali der Region Marrakesch-Safi, Abdelfettah Lebjioui angeführt. Er fuhr in die einzelnen Krankenhäuser und will sich zunächst um die Opfer kümmern. Der Wali ließ sich vor Ort vom Gouverneur der Provinz Essaouira, Jamal Makhtatar, über die verschiedenen ergriffenen Maßnahmen informieren.

In einer Presseerklärung berichtete der Leiter der regionalen Gesundheitsbehörde von Marrakesch-Safi, Khalid Zenjari, dass einige der Verwundeten im Krankenhaus Tafetachte behandelt werden, während andere in das Provinzkrankenhaus von Essaouira eingeliefert wurden. Aktuell wird geprüft, ob einige der Verletzten per Helikopter in das Universitätsklinikum nach Marrakech überführt werden können.

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