Protestmarsch in Rabat am kommenden Sonntag.

Organisatoren hoffen auf 1 Million Teilnehmer und eine Ausweitung der Reaktionen gegen die US-Entscheidung.

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Protestmarsch
Organisatoren hoffen auf 1 Million Teilnehmer und eine Ausweitung der Reaktionen gegen die US-Entscheidung.

Marokkaner protestieren gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels.

Rabat – Zwei große Unterstützungsorganisationen für Palästina haben für kommenden Sonntag zu einem Protestmarsch in der marokkanischen Hauptstadt Rabat aufgerufen. Die „National Task Force for Palestine“ und die marokkanische „Vereinigung zur Unterstützung des Kampfes für Palästina“ rufen die Marokkaner dazu auf, sich gegen die Entscheidung der US-Administration, unter Präsident Donald Trump, auszusprechen. Der US-Präsident hatte in dieser Woche eine neue Haltung der USA im sog. Nah-Ost-Konflikt verkündet. Die USA sehen, in der für Juden, Christen und Muslime heiligen Stadt, die legitime Hauptstadt des Staates Israel. Damit stellen sich die USA nun offen auf die Seite Israels und weisen die Forderung der Palästinenser zurück, die ebenfalls einen Anspruch auf eine Hauptstadt Jerusalem erheben.

Regierungen der Maghreb-Staaten protestierten gegen die US-Entscheidung.

Bereits alle Regierungen der Maghreb-Staaten haben sich entweder direkt bei US-Präsident Donald Trump gemeldet und ihren Unmut bekundet, oder per Presseerklärung ihre Sorge um Sicherheit und Stabilität zum Ausdruck gebracht. König Mohammed VI. ist auch Vorsitzende des Al-Quds Komitees und hat sich daher auch an die UNO gewandt. Er wies darauf hin, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt eines Staates Israels, gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstößt – maghreb-post berichtete. Den formellen Protesten der arabischen und muslimischen Regierungen möchten sich in Marokko nun auch die Bürger anschließen und Solidarität mit den Staatsoberhäuptern sowie mit den Palästinensern bekunden.

Vertreter unterschiedlicher politischer Lager nehmen am Protestmarsch durch Rabat teil.

Ihr Marsch wird die Demonstranten vom Bab El Had – Platz bis vor das marokkanische Parlament führen. Vertreter zahlreicher politischer Lager und Strömungen haben bereits ihre Teilnahme angekündigt. Vertreter der größten politischen Parteien, wie die PJD, Istiqlal, WFP, USFP oder PPS haben die amerikanische Entscheidung ebenfalls angeprangert.

Sprecher der Organisatoren nennt die Position der USA „eine der gefährlichsten Entscheidungen“.

„Dies ist eine der gefährlichsten Entscheidungen, die gegen die arabische Ummah (Gemeinschaft), einschließlich Muslime und Christen, getroffen wurden“, sagt Rechtsanwalt Khalid Sefiani, Präsident der marokkanischen „Vereinigung zur Unterstützung des Kampfes für Palästina“ gegenüber Telquel.

In Anlehnung an die Geschehnisse und Folgen der sog. „Balfour-Entscheidung“ erklärte der Rechtsanwalt, das sein Unmut und seine Traurigkeit „mit dem Gefühl der Freude einhergehen, weil die palästinensische Sache damit wieder auf die öffentliche Tagesordnung gesetzt wurde“.

Organisatoren hoffen auf 1 Million Teilnehmer und eine Ausweitung der Reaktionen gegen die US-Entscheidung.

Die beiden Verbände, die den Protestmarsch organisieren, erhoffen sich ca. „eine Million Teilnehmer“. Rechtsanwalt Khalid Sefiani fordert weitere Formen des Protestes. So erhofft es sich eine Boykottkampagne gegen amerikanische Produkte.

Amerikanische Botschaft in Rabat ermahnt US-Bürger zu Vorsicht und Aufmerksamkeit.

Die amerikanische Botschaft in Rabat hat auf ihrer Homepage bereits US-Bürger in Marokko zur Vorsicht und Aufmerksamkeit aufgefordert. Offenbar befürchtet man, dass die Proteste amerikanische Staatsbürger in Marokko gefährden könnten.

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