Teenager verbrennt sich selbst nach Gruppenvergewaltigung

Junges Mädchen stirbt an den Verletzungen einer Selbstverbrennung im Krankenhaus. Das Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Marrakech sah keinen anderen Ausweg.

265
Teenager
Frauen Protestieren gegen Sexueller Gewalt in Marokko

Junges Mädchen Teenager stirbt an den Verletzungen einer Selbstverbrennung im Krankenhaus. Das Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Marrakech sah keinen anderen Ausweg.

Rabat – Marokkos Frauen protestieren immer wieder für mehr Rechte und Schutz vor sexueller Gewalt. Nun hat das hässliche Gesicht Marokkos wieder ein Opfer hervorgebracht. Die britische Zeitung „The Guardin“ berichtet, dass sich ein 16 jähriges Mädchen aus der Nähe von Marrakech qualvoll selbst umgebracht hat.

Nach Angaben von Omar Arbib, dem Sprecher der AMDH in Marrakech (Morocco Association of Human Rights), gegenüber dem „The Guardin“, wurde der Teenager in Ben Guerir von acht Männern verschleppt. Ben Guerir liegt ca. 70km von Marrakech entfern und viele Bewohner arbeiten auch in der Provinzhauptstadt. Die Männer sollen den Teenager gemeinsam vergewaltigt haben.

Die Familie hat den Vorfall den Behörden angezeigt und die Polizei verhaftete die mutmaßlichen Täter.
Nach anfänglichen Untersuchungen hat die Staatsanwaltschaft die verdächtigen allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt.
Diese sollen die Gelegenheit genutzt haben, um ihrem Opfer damit zu drohen Fotos des Mädchens während der Vergewaltigung in Umlauf zu bringen, wenn die Anzeige nicht zurückgezogen würde. Offenbar sah sich das junge Mädchen schutzlos den Tätern ausgesetzt und erkannte keinen anderen Ausweg für sich, als sich selbst zu töten.
Sie hat sich am letzten Freitag (05.08.2016) selbst angezündet und ist jetzt den schweren Verbrennungen im Krankenhaus erlegen. Bei der Obduktion stellte sich heraus, dass das Mädchen schwanger war. Die Art und Weise des Selbstmordes lässt vermuten unter welchem Druck das junge Mädchen stand.

Die Staatsanwaltschaft hat in der Zwischenzeit sechs der acht Tatverdächtigen wieder in Haft genommen, so Omar Arbib weiter. Es ist unklar, weshalb nicht alle acht Männer verhaftet wurden.

Gesellschaft und Gesetzgebung haben Nachholbedarf.

Damit zeigt Marokko auch sein hässliches Gesicht, ähnlich wie Indien und andere Entwicklungs- und Schwellenländer. Die britische Zeitung berichtet, das laut marokkanischer NRO (Nicht – Regierung – Organisationen) 80% der sexuellen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche ausgeübt werden. Meist kommen die Täter aus der eigenen Familie.

Auch bezüglich der Gesetzgebung scheint es Nachholbedarf zu geben. Trotz zahlreicher positiver Entwicklungen im Familienrecht unter König Mohammed VI. gibt es immer noch Gesetzte, die es Vergewaltigern ermöglichen straffrei zu bleiben. Im Jahr 2011 verabschiedeten die Marokkaner eine Verfassungsänderung, die die Gleichstellung der Geschlechter festschrieb. Dennoch gibt es ein Gesetzt, wonach ein mutmaßlicher Täter straffrei bleiben kann, wenn er sein vermeintliches Opfer heiratet. Dieses Gesetz geriet 2012 ins Rampenlicht der Welt, als sich die junge Marokkanerin Amina Filali mit 16 Jahren selbst tötete, nach dem Sie ihren vermeintlichen Peiniger heiraten musste. So wurde der Mann nicht angeklagt und blieb frei.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen und genutzt hat, dann unterstützen Sie MAGHREB-POST finanziell - einmalig oder laufend. Nur mit der Hilfe aller Leserinnen und Leser kann es weitergehen.
Vorheriger ArtikelFlugzeughersteller Bombardier will in Marokko produzieren
Nächster ArtikelTunesien feiert seine Frauen – 60 Jahre Frauenrechte
Empfohlener Artikel