Tunesien – Selbstmordattentat – Anzahl der Verletzten gestiegen.

„Wir dachten, wir hätten den Terrorismus besiegt“

Tunesien
Tunesische Hauptstadt

Selbstmordattentäterin verletzte beim gestrigen Anschlag in Tunis 20 Personen.

Tunis – Am gestrigen Montagnachmittag sprengte sich eine Frau mitten in der tunesischen Hauptstadt Tunis in die Luft. Sie trug, nach bisherigen Ermittlungsergebnissen, einen Sprengstoffgürtel oder eine Sprengstoffweste. Am gestrigen Abend war noch die Rede von neun Verletzten. In der Zwischenzeit hat sich die Lage geändert. Die tunesischen Behörden sprechen nun von 20 Verletzten. Unter den Betroffenen befinden sich hauptsächlich Polizeibeamte. Verletzt wurden im Detail 15 Polizisten und fünf Passanten, darunter mindestens zwei Jugendliche. Weiterhin soll es keine Todesopfer gegeben haben, was angesichts des Tatortes an ein Wunder grenzt. Der Anschlag fand auf der Habib Bourguiba Avenue, vor dem großen Theater, im Zentrum von Tunis statt.

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„Wir dachten, wir hätten den Terrorismus besiegt“

Der Anschlag erschüttert die Menschen im Land und löst neuerliche Besorgnis über die Sicherheitslage aus. Auch die Folgen für den sich gerade erst wieder langsam erholenden Tourismus bereiten Sorgen.

Inzwischen hat sich der 91-jährige Staatspräsident Tunesiens, Béji Caid Essebsi, der sich aktuell in der Bundeshauptstadt Berlin beim Afrikaforum aufhält, zum Anschlag geäußert. Er sagte „Wir dachten, wir hätten den Terrorismus besiegt.“

Auch die mindesten islam-konservative Ennahdha -Partei, die die zweitgrößte Fraktion im tunesischen Parlament stellt, verurteilte den Anschlag und versicherte ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Sicherheitsbehörden.

Die Attentäterin scheint durch die Behörden identifiziert zu sein. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass es sich bei der Attentäterin um eine 30-jährige Frau, ohne erkennbare Verbindungen zur Extremismusszene, gehandelt hat. Weitere Details wollte man in Tunis noch nicht bekanntgeben.

Selbstmordanschlag
Selbstmordanschlag in Tunesien

Auswärtiges Amt passt Reisehinweise für Tunesien an.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat nach dem Anschlag die Reisehinweise für Tunesien angepasst. Auf der Website des Amtes heißt es aktuell: „Am 29. Oktober 2018 ereignete sich eine Explosion in der Avenue H. Bourguiba in der Innenstadt der Hauptstadt Tunis. Ein Anschlag kann nicht ausgeschlossen werden. Ersten Meldungen zufolge wurden mehrere Personen verletzt. Es ist mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen zu rechnen. Reisende sollten besondere Vorsicht walten lassen, den Bereich weiträumig meiden und Anweisungen der Sicherheitskräfte befolgen.“

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