Marokko – Komiker Amin Radi beklagt Angriff durch Verkehrspolizisten.

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Behörden leiten Ermittlungen ein.

Casablanca – In einem Live – Video auf seiner Facebook-Seite berichtete der Komiker Amine Radi von einem Verkehrspolizisten verbal und körperlich angegriffen worden zu sein. Der Vorfall soll sich im Bezirk Sidi Bernoussi, nahe der Tit-Mellil-Brücke, an einer Zufahrt nach Casablanca, ereignet haben.

Der in Frankreich lebende Komiker und Satiriker Amin Radi, ist durch seine humorvollen aber auch gesellschaftskritischen Darstellung des Alltagslebens von Marokkanerinnen und Marokkaner bekannt geworden. Er befindet sich derzeit in Marokko, weil er am kommenden Samstag in einer neuen Show in Casablanca auftreten soll. In einer sog. Live-Show auf Facebook berichtete er am gestrigen Samstag seinem Publikum von der Situation, die er gerade mit einem Verkehrspolizisten erleben würde. Ihm zur Folge hat der Verkehrspolizist ihn willkürlich angehalten und einen „Esel“ genannt. Die Situation eskalierte weiter und es soll zu einem zunächst nicht aufgenommenen tätlichen Angriff durch den Polizisten gekommen sein, der dann von einem gefilmten Angriff gefolgt wurde. Der Polizist wollte in dem gezeigten Ausschnitt nicht gefilmt werden und griff den Komiker an.

Aufsichtsbehörden haben Ermittlungen aufgenommen.

Der Präfekturdienst der Kriminalpolizei Casablanca und die höchste Sicherheitsbehörde DGSN haben bereits Stellung zu dem Vorfall genommen. Nach ihren Angaben haben sie bereits am gestrigen Samstag unmittelbar und unter der Aufsicht der zuständigen Staatsanwaltschaft eine Ermittlungen eingeleitet, um den Sachverhalt zu prüfen. Weiterhin soll ein Disziplinarverfahren gegen den Verkehrspolizisten eingeleitet worden sein. Dabei wird das Live – Video als Beweismittel herangezogen. Das DGSN erklärte in seiner Stellungnahme, umgehend auf den Inhalt des sich im Internet schnell verbreitenden Videos reagiert zu haben. In Marokko ist es verboten, Beamte bei der Ausübung ihres Dienstes identifizierbar zu filmen bzw. zu fotografieren.

Gepostet von Amine Radi am Samstag, 18. Mai 2019