Maghreb – Amazigh begehen Neujahr – Maghreb-Post wünscht ein frohes neues Jahr!

„Yennayer“ Neujahrsfest erinnert an mehrere Ereignisse in der wechselhaften Geschichte der Amazigh

3524
Yennayer
Quelle: inumiden.com - Verbreitungsgebiet der Imazighen

Ursprüngliche Bevölkerung des Maghreb und Nordafrikas zählen den Beginn des Jahres 2972

Köln – Mit dem heutigen Abend beginnen im Maghreb und weiten Teilen Nordafrikas die Feierlichkeiten der Amazigh.

Die Ureinwohner der Region stellen, neben den Arabern, die größte Volksgruppe. Seit einigen Jahren feiern sie wieder verstärkt öffentlich und selbstbewusst ihre Feste und lassen ihre Traditionen wieder aufleben, nach dem diese lange durch die eher arabisch geprägten Regime in Nordafrika unterdrückt wurden. Doch zunehmend bekommt ihre Kultur wieder mehr Gewicht und öffentliche Präsenz, ihre Sprache wird vereinzelt als weitere Amtssprache eingeführt und in den Schulen gelehrt. Dies nicht zuletzt, da viele Politiken in den Maghrebstaaten inzwischen den einzelnen Amazigh – Gruppen angehören.

Die Ureinwohner begehen ihr Neujahrsfest immer im ersten Drittel des Januars, meist vom 11. auf den 12. oder 13. Januar eines Jahres. Das Neujahrsfest wird seit der Antike gefeiert. So kommt es, dass sie bereits das Jahr 2972 einleiten. Mit dem als „Yennayer“ bezeichneten Fest wird an mehrere Ereignisse in der wechselhaften Geschichte der Amazigh erinnert. Hauptsächlich wird ein Naturfest gefeiert. Das Neujahrsfest wird aber auch in Verbindung mit der Thronbesteigung von Pharao Schenschong I. gebracht. Der libysche Pharao soll den ägyptischen Thron im Jahr 950 v. Chr. bestiegen haben, nachdem er einen erfolgreichen Feldzug gegen Ägypten geführt hatte. Auf ihn soll die 22. Dynastie Ägyptens begründet sein.

Die Festlichkeiten stehen auch in der Kritik religiöser Gruppen, die die Bräuche nicht im Einklang mit dem Islam sehen. Die Amazigh haben aber ihre Bräuche mit den islamischen Regeln nicht selten verbunden und sehen sich daher in einem ausgeglichenen kulturellen Rahmen agierend.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen und genutzt hat, dann unterstützen Sie MAGHREB-POST finanziell - einmalig oder laufend. Nur mit der Hilfe aller Leserinnen und Leser kann es weitergehen.
Vorheriger ArtikelMarokko – 7.336 Coronavirus – Neuinfektionen binnen 24h.
Nächster ArtikelMarokko – Designierter deutscher Botschafter vor möglicher Bestätigung durch Marokko
Empfohlener Artikel