Maghreb – Imazighen (Amazigh) feiern Neujahr.

„Yennayer“ nicht in allen Ländern des Maghreb ein Feiertag.

Yennayer
Quell: inumiden.com - Verbreitungsgebiet der Imazighen

Neujahrsfest „Yennayer“ feiert das Jahr 2968. Maghreb-Post wünscht frohes neues Jahr!

Rabat, Algier, Tunis, Tripolis, Kairo – In ganz Nordafrika von Marokko bis Ägypten begehen heute und morgen große Teile der Bevölkerung ihr Neujahrsfest. Die Imazighen (Amazigh) sind die Ureinwohner eines Raumes, der sich vom Roten Meer im Osten bis zur Atlantikküste im Westen sowie über große Teile der Sahra und Sub-Sahara erstreckt. Die Ureinwohner begehen ihr Neujahrsfest immer im ersten Drittel des Januars. Das Neujahrsfest wird seit der Antike gefeiert. So kommt es, dass sie bereits das Jahr 2968 einleiten. Mit dem als „Yennayer“ bezeichneten Fest wird an mehrere Ereignisse in der wechselhaften Geschichte der sog. Berber – Völker erinnert. Hauptsächlich wird ein Naturfest gefeiert um den Winter zu vertreiben und ein neues Erntejahr einzuleiten. Das Neujahrsfest wird aber auch in Verbindung mit der Thronbesteigung von Pharao Schenschong I. gebracht. Der libysche Pharao soll den Ägyptischen Thron im Jahr 950 v. Chr. bestiegen haben, nachdem er einen erfolgreichen Feldzug gegen Ägypten geführt hatte. Auf ihn soll die 22. Dynastie Ägyptens begründet sein.

„Yennayer“ nicht in allen Ländern des Maghreb ein Feiertag.

Das Volk der Amazigh ist in sich nicht einheitlich, sondern besteht aus vielen ethnischen Gruppen, die auch relativ abgegrenzt voneinander leben und handeln. Einzig bei einer Bedrohung der eigenen Kultur oder des Landes schließen sie sich zusammen. Sie sind historisch eine Mischung aus Nomaden, Reitervolk und Bauern. Sie besitzen eine Grundsprache, die aber in zahlreiche Dialekte unterteilt ist. Seit der Eroberung durch arabisch stämmige Volksstämme aus dem heutigen Saudi-Arabien, die auch die Islamisierung des Maghreb und sogar großen Teilen Spaniens betrieben haben, wurde die Amazigh-Kultur zurückgedrängt und eingeschränkt. Dies ändert sich erst seit wenigen Jahren und auch nur sehr langsam. So hat Marokko erst seit der Thronbesteigung von König Mohammed VI. und insbesondere erst nach der Verfassungsreform von 2011, die Sprache Tamazigh als Amtssprache anerkannt und eingeführt.

Algerien hat in diesem Jahr erstmalig das Neujahrsfest „Yennayer“ als offiziellen staatlichen Feiertag eingeführt – maghreb-post berichtete. Das Volk der Amazigh lebt noch immer eher in den wirtschaftlich weniger erschlossenen und wohlhabenden Gebieten der Maghrebstaaten. Daher sind sie eher von einer schlecht entwickelten Infrastruktur betroffen. Doch ihre Stimme wird immer lauter und sie werden sich ihrer Bedeutung für die Entwicklung des Maghreb bewusster.

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