Marokko – Anerkennung des Amazigh – Neujahres von Opposition gefordert.

Amazigh seit 2011 zusätzliche offizielle Amtssprache im Königreich

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Amazigh
Quelle: Wikipedia- supermohi: Fahne der Amazigh im Maghreb

Beginn des Neujahres nach Amazigh – Kalender soll zum offiziellen Feiertag erklärt werden.

Rabat – Der Abgeordnete der Föderation der Demokratischen Linken, Omar Balafrej, fordert, dass der Amazigh – Neujahrstag, der 13. Januar, zu einem offiziellen Feiertag in Marokko erklärt wird. Dies ist eine Forderung, die Amazigh – Aktivisten seit Jahren haben. Die Regierung tut sich schwer, dieser Forderung nachzukommen. Die Bevölkerungsgruppe der Amazigh sind die Ureinwohner des Maghreb. Sie begehen alljährlich am 13. Januar ihr Neujahrsfest. Anfang 2020 wird der Amazigh – Kalender auf das Jahr 2970 umgestellt. Die Amazigh – Kultur hat eine 2300 Jahre ältere Geschichte im Maghreb, als die arabische oder muslimische.

Omar Balafrej
Omar Balafrej – Abgeordnete der Föderation der Demokratischen Linken

Opposition wenden sich mit Schreiben an den Regierungschef.

Wie das Nachrichtenmagazin Le360 berichtet, wies das Oppositionsmitglied, in einer schriftlichen Anfrage an den Regierungschef, darauf hin, dass ein Engagement für diesen Tag unerlässlich geworden sei. Diese Änderung ist notwendig, fügt er hinzu, durch die Anerkennung von Amazigh als offizielle Sprache des Königreichs in der Verfassung von 2011 sowie durch die Verkündung des Organgesetzes 26.16, das den Prozess zur Umsetzung des offiziellen Charakters von Amazigh definiert.

Die Kultur der Amazigh wird wieder sichtbarer.

Die Amazigh beklagen, seit der Eroberung des Maghreb durch arabische Volksgruppen, die den Islam mitbrachten, eine systematische Unterdrückung ihrer Sprache und Kultur. Seit einigen Jahren fordern sie, dass der Neujahrstag „zum Feiertag erklärt“ wird, wie bei den Mondkalendern (muslimisch und gregorianisch). Die Feierlichkeiten von „Yennayer“ gehen auf die Antike zurück, aber erst in den 1980er Jahren wurden sie in den Maghreb-Ländern, insbesondere in Marokko und Algerien, wiederbelebt. Der ehemalige algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika verfügte 2017, dass das Amazigh – Neujahrsfest ein offizieller Feiertag in Algerien ist. So kam er den Forderungen der algerischen Amazigh, der Kabylenbewegung, nach. In Marokko ist die Sprache der Amazigh zunehmend sichtbarer. Schilder an offiziellen Gebäuden sind z.B. zusätzlich in der Sprache der Ureinwohner beschriftet.

Bevölkerungsgruppe der Amazigh mit zunehmendem Einfluss.

Noch immer sind die Regionen, in denen die Bevölkerungsgruppen der Amazigh – Stämme leben, eher ländlich geprägt. Die Menschen dort sind stärker von Armut und schlechter Infrastruktur betroffen. Der verstorbene König Hassan II. hat die Amazigh – Regionen, zu Gunsten der Region Rabat und Casablanca vernachlässigt. Erst nach der Thronbesteigung durch König Mohammed VI. wurde massiv in die Regionen der Amazigh investiert. Insbesondere in der Region Orientale (Tanger bis Oujda) sowie in die Region Marrakech. In der Regierung stellen sie den Premierminister sowie zahlreiche weitere Fachminister. Die Mutter von Königs Mohammed VI. ist die Tochter eines Amazigh – Fürsten aus der Region Khenifra. Dennoch kämpfen sie immer noch, um politische und wirtschaftliche Teilhabe. Noch immer ist der Abstand zu den politischen und wirtschaftlichen sowie eher arabisch geprägten Zentren Rabat und Casablanca sichtbar.

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