Weltklimakonferenz in Marrakech, worum geht es?!

Vom 07. bis 18. November 2016 findet in der marokkanischen Königsstadt Marrakech die 22. Weltklimakonferenz statt.

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Vom 07. bis 18. November 2016 findet in der marokkanischen Königsstadt Marrakech die 22. Weltklimakonferenz statt.

In der marokkanischen Königsstadt Marrakech findet, vom 07. November bis zum 18. November, die 22. Weltklimakonferenz statt. Die UN-Klimakonferenz ist eine jährlich stattfindende Zusammenkunft der sog. Vertragsstaaten (Conference oft the Parties, COP). Nach der historischen Einigung im letzten Jahr in Paris, geht es nun darum die Vereinbarung in ganz konkrete Umsetzungsschritte zu unterteilen. Das Abkommen von Paris aus 2015 muss jetzt in „Verordnungen“ übersetzt werden.

Auf der Pariser Weltklimakonferenz (COP 21) hat sich die Weltgemeinschaft, unter Mitwirkung der USA. China, Indien sowie Russland und Japan, darauf geeinigt, dass die Erderwärmung nicht mehr als 2 Grad Celsius im Durchschnitt betragen darf und bestenfalls der Anstieg bei unter 1,5 Grad Celsius bleibt. Als Referenz gilt das Temperaturniveau aus der Zeit vor der Industrialisierung. Die Mitwirkung der genannten Staaten ist deshalb so bedeuten, da diese mit den größten Ausstoß an Treibhausgasen aktuell aufweisen und in der Vergangenheit verursacht haben. Nach Auffassung der meisten Wissenschaftler kann dies nur gelingen, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich reduziert und perspektivisch ganz vermieden wird. Es wird geschätzt, dass es bis 2040 gelungen sein muss die Verbrennung von fossilen Brennstoffen ganz zu vermeiden – d.h. die gesamte Energiegewinnung muss bis dahin auf erneuerbare Energiequellen umgestellt sein. Das sind gerade mal etwas mehr als 23 Jahre an Zeit, die noch verbleibt.

In Marokko fand im Vorfeld, der nun anstehenden Weltklimakonferenz, bereits im Oktober ein Vorbereitungstreffen statt – maghreb-post berichtete. Im November wird es in Marrakech darum gehen die Klimapläne der Vertragsstaaten aufeinander abzustimmen und die Messung der Resultate vergleichbar zu machen. Angesichts unterschiedlicher Messverfahren und Bezugszeiträume alleine ein schwieriges Unterfangen.

Wie werden die Lasten verteilt?

Die Umstellung auf moderne und umweltfreundliche Energiegewinnung kosten schlicht Geld. Bereits auf der Weltklimakonferenz in Warschau 2013 wurde darüber verhandelt, wie einzelne und betroffene Länder für die Schäden durch den Klimawandel entschädigt werden. Ebenso muss es für viele Länder erst wirtschaftlich möglich sein in noch etwas teurere Technologien zu investieren.
Viele Staaten, die selbst wenig Treibhausgas ausstoßen, leiden unter Umweltschäden und den Folgen der Erderwärmung. Leider sind es meist auch noch Länder der sog. Dritten Welt. Die vermeintlichen Verursacherländer bzw. Regionen wir die USA oder Europa und nun China, Japan sowie Indien und Brasilien, mit ihrer Industrialisierung, haben sich bisher geweigert einen Ausgleich zu schaffen.
Auf der Weltklimakonferenz in Warschau wurde der sog. Warchauer – Mechanismus geschaffen, der zumindest eine Form der Entschädigung einleitete. Dieser Mechanismus läuft nun aus. Daher wird es in Marokko auch darum gehen eine Nachfolgeregelung zu vereinbaren. Diese ist sehr wichtig, da sowohl die Hauptverursacher als auch die Entwicklungsländer gemeinsam in umweltfreundliche Technologie investieren müssen. Für die höher entwickelten Industriestaaten, die bisher die meisten Umweltschäden durch die umfangreiche Verwendung von fossilen Brennstoffen zu verantworten haben, macht sich praktisch ein neuer Markt auf, in dem sie die Technologie für die regenerative Energiegewinnung absetzen können. Für viele Länder besteht darin eine Ungerechtigkeit, denn dann würden die Hauptverursacher nun von der Beseitigung auch noch profitieren. Dies ist ein sehr heikles Thema und es kann bezweifelt werden, dass dies in Marrakech umfassend geklärt werden kann. Die sog. Industrieländer haben sich aber im Vorfeld verständigt und einen „Fahrplan“ entwickelt, der aufzeigen soll, wie die ab 2020 benötigten 100 Milliarden US$ jährlich für den Klimaschutz in den ärmeren Ländern zur Verfügung gestellt werden können. Aber bereits jetzt wird sich darüber gestritten, ob die Summe ausreicht und richtig verteilt ist.

Und was ist mit Marokko?

Marokko selbst investierte, unter der Herrschaft König Mohammed VI., in den letzten Jahren sehr viel Geld und Mühe in umweltfreundliche Technologien. In der Nähe von Quarzazate hat Marokko den aktuell größten Sonnenenergiepark der Welt errichtet. Allerdings nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes. Marokkos Wirtschaft ist von Energieimporten abhängig, die einen großen Teil der Divisenausgaben ausmachen. Das Bestreben wird es sein, langfristig einen Großteil des eigenen Strombedarfs selbst decken zu können und ggf. Strom nach Europa und den Nachbarländern im Süden des Königreiches zu exportieren. Gleichzeitig wird Marokko zu den Ländern gehören, die den Anstieg der Erderwärmung zunehmend zu spüren bekommen. Bereits jetzt sinken die Ernteerträge aufgrund von Niederschlagsrückgänge und die Temperaturen im Sommer scheinen auch immer extremer zu werden. Dies hat erkennbare soziale Folgen. Bereits seit vielen Jahren verlassen die Menschen ländliche Regionen und suchen ihr Auskommen in den Küstenregionen.