StartMarokkoMarokko – Premierminister verklagt ehemaligen Europaabgeordneten wegen Bestechungsvorwürfen.

Marokko – Premierminister verklagt ehemaligen Europaabgeordneten wegen Bestechungsvorwürfen.

Premierminister klagt wegen Verleumdung in Frankreich.

Ehemaliger Grünenabgeordneter im EU-Parlament José Bové bezichtigt marokkanischen Regierungschef Aziz Akhannouch des Bestechungsversuchs im Radio.

Rabat – Derzeit erschüttert der Korruptionsskandal, um die griechische Vizepräsidentin des EU-Parlament, Eva Kaili, die politische Landschaft in Brüssel und das Vertrauen in die gewählten Abgeordneten. Für eine pro-qatarische Position soll sie hohe Geldsummen aus dem Golf-Emirat Qatar erhalten haben, weshalb in der Berichterstattung immer wieder auch vom sog. Qatargate, in Anlehnung an die Watergate-Affäre, dem Abhör- und Bestechungsskanda von 1972 in den USA unter Präsident Nixon, die Rede ist.

Zuletzt wird aber auch immer wieder Marokko als ein Land genannt, das mit Hilfe von Geschenken oder Zahlungen Einfluss auf die EU-Politik genommen haben soll. In der vergangenen Woche hat ein ehemaliger EU-Abgeordneter von einem konkreten mutmaßlichen Bestechungsversuch berichtet und dabei den damaligen Landwirtschaftsminister und heutigen marokkanischen Premierminister Aziz Akhannouch beschuldigt. Nun geht der marokkanische Regierungschef juristisch wegen Verleumdung gegen diese Anschuldigungen vor.

Premierminister klagt wegen Verleumdung in Frankreich.

Der marokkanische Regierungschef Aziz Akhannouch habe, nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP und Berichten des marokkanischen Nachrichtenmagazins Telquel, am 20. Dezember 2022 in Paris eine Verleumdungsklage gegen den ehemaligen französischen „Grünen Europaabgeordneten“ José Bové eingereicht. Herr Bové habe behauptete, das Königreich Marokko habe im Zusammenhang der Verhandlungen über ein Handelsabkommen Anfang der 2010er Jahre versucht, ihn zu bestechen.

Ehemaliger Europaabgeordneter erhebt Vorwürfe im Radiointerview.

Herr José Bové hatte am 16. Dezember 2022 im Radiosender France Inter darüber berichtet, dass er sich als damaliger Referent des Ausschusses für Außenhandel „in den Jahren 2009-2014″ gegen ein „schädliches“ Freihandelsabkommen über den Handel mit Obst und Gemüse zwischen der Europäischen Union und Marokko ausgesprochen hatte.

„Der (damalige) Landwirtschaftsminister Aziz Akhannouch (Anm. d. Red.) konnte es nicht ertragen, dass ich mich gegen dieses Projekt gestellt hatte, und schlug mir vor, mir ein Geschenk nach Montpellier zu bringen, in ein diskretes Café“, sagte er. War es ein Geldgeschenk? „Was soll es sonst sein?“, antwortete er dem Journalisten auf dessen Nachfrage. Seiner Schilderung zufolge verabredete er sich mit ihm in der Kanzlei seiner Anwältin, und „dabei blieb es“.

„Wenn kolossale wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen, üben diese Staaten Druck aus und einige Abgeordnete, die ich als korrupt bezeichnen würde, haben das ausgenutzt“, argumentierte der ehemalige Europaabgeordnete.

Laut der Klageschrift des amtierenden Premierministers Aziz Akhannouch, in die die Nachrichtenagentur AFP Einblick gehabt habe, handelt es sich, um „unzulässige falsche Anschuldigungen“, die „nur eine alte Verbitterung“ von Jose Bové widerspiegeln. „Jose Bové versucht offensichtlich und unehrlich, von der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Europäischen Parlament zu profitieren, um alte, unbegründete Geschichten hervorzuholen“.

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