Marokko – NGO prangert sog. „Jungfräulichkeitstests“ an.

Jungfräulichkeitstests verletzen die Grundrechte der Frauen.

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Jungfräulichkeitstests
Liebespaar

Kult um die weibliche Jungfräulichkeit stellt eine Diskriminierung der Frauen da.

Rabat – Die Nicht – Regierungs – Organisation (NGO) M.A.L.I. will eine in vielen Ländern verbreitete kulturelle Praxis bekämpfen, die auch in Marokko verbreitet ist. Die Überhöhung der weiblichen Jungfräulichkeit und die Praxis der sog. Jungfräulichkeitstests. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte, der jedes Jahr am 10. Dezember gefeiert wird, startete die „Alternative Bewegung für individuelle Freiheiten“ (Mouvement alternatif pour les libertés individuelles – M.A.L.I.) die Kampagne „Ma vulve m’appartient – Meine Vulva gehört mir“, um „die geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt von Jungfräulichkeitstests anzuprangern“. Viele Familien verlangen diesen Test z.B. von einer zukünftigen Braut. Aber auch Behörden und Gerichte stehen im Verdacht solche Nachweise einzufordern. Bei der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Marokko diskutierte man, ob die marokkanische Armee solche Test fordern könnte, da nun auch Frauen eingezogen werden sollen.

Jungfräulichkeitstests verletzen die Grundrechte der Frauen.

Aus Sicht M.A.L.I stellt der sog. Jungfräulichkeitstest „eine Verletzung der Grundrechte der Frauen und eine Verletzung ihrer Würde und Freiheit“ da und er habe „keine wissenschaftliche Gültigkeit“, so die Organisation in einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung.

M.A.L.I. verurteilt diese Praxis als „Folterakt“, der „die sexuelle Freiheit der Frauen verletzt“ und „zu schwerwiegende Traumata führen kann“. Das NGO weißt darauf hin, dass „ein ärztliches Attest ein objektives und zuverlässiges Dokument sein muss, aber das Jungfräulichkeitszeugnis hat keine medizinische Begründung und stellt eine Verletzung der Privatsphäre dar“ Ebenso stellt M.A.L.I fest, dass dieses Zertifikat sehr häufig „gegen Honorar“ ausgestellt wird.

Gynäkologen sollen keine Atteste ausstellen.

M.A.L.I. fordert Gynäkologen daher auf, die Durchführung dieses Tests abzulehnen, und fordert ganz allgemein die Zivilgesellschaft auf, die Gefahren dieser „barbarischen, schmerzhaften, entwürdigenden und erniedrigenden“ Praxis zu berücksichtigen.

Die WHO spricht sich gegen Jungfräulichkeitstest aus.

In der Vergangenheit haben sich bereits Unterorganisationen der Vereinten Nationen (UNO) gegen diese Praxis ausgesprochen. Unter ihnen die UNO – Frauenbewegung und die Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie unterzeichneten eine Erklärung, in der sie ein Verbot des „Jungfräulichkeitstests“, auch bekannt als „Zwei-Finger-Test“, fordern. Die sog. Jungfräulichkeitsprüfung hat eine lange Tradition in mehreren Ländern, darunter Marokko, Ägypten, Indien, Brasilien, Afghanistan, Libyen, Türkei und Jamaika.

M.A.L.I
Quelle Facebook: Erklärung M.A.L.I mit Protest gegen Jungfräulichkeitstest
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