Algerien – Aïmen Benabderrahmane wird neuer Premierminister.

Ehemaliger Finanzminister soll es nun richten.

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Premierminister
Premierminister Algerien Aïmen Benabderrahmane

Ehemaliger Finanzminister wird von Präsident Tebboune zum Premierminister ernannt und mit der Regierungsbildung betraut.

Algier – Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune hat am gestrigen Mittwoch (30. Juni 2021) den neuen Premierminister Aimen Benabderrahmane empfangen, der zum Nachfolger von Abdelaziz Djerrad ernannt und mit der Aufgabe betraut wurde, die Beratungen mit den politischen Parteien und der Zivilgesellschaft für die Bildung der neuen Regierung „so schnell wie möglich“ aufzunehmen, so eine Erklärung des Präsidialamts, welche über die staatliche Nachrichtenagentur APS veröffentlicht wurde.

Neuer Premierminister verspricht die Ziele des Präsidenten umzusetzen.

„Der Präsident der Republik, Herr Abdelmadjid Tebboune, hat mir die Ehre erwiesen, mich zum Chef der neuen Regierung zu ernennen, ein Vertrauen, das unsere Entschlossenheit und Hingabe anspornen wird, unserem geliebten Heimatland zu dienen und daran zu arbeiten, das Programm des Präsidenten der Republik auf effektive Weise umzusetzen“, sagte Herr Benabderrahmane am Ende des Treffens mit Präsident Tebboune.

Dieses Programm „wird es Algerien ermöglichen, seinen lang erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung einzuleiten, dessen Anfänge sich bereits am Horizont abzeichnen“, fügte er hinzu.

„Wir werden als ein Mann für die Stärkung all dessen arbeiten, was wir bereits erreicht haben, und für die Ausgestaltung der Konturen des neuen Algeriens.“

Ehemaliger Finanzminister soll es nun richten.

Der neue Premierminister wurde erst am 23. Juni 2020 in die letzte Regierung berufen und hatte das Amt des Finanzministers inne. Zuvor war er für 8 Monate (November 2019 bis Juni 2020) Chef der algerischen Zentralbank. Damit will der algerische Präsident das Signal senden, dass im Fokus der künftigen Regierung und seiner Politik die Wiederbelebung der Wirtschaft steht. Das eigentlich an Rohöl und Gas reiche Land, leidet unter einer Wirtschaftskrise, die mit den fallenden Rohstoffpreisen am Weltmarkt eingeleitet wurde und durch die Coronavirus – Pandemie an Schwere hinzugewann.

Große Abhängigkeit von GAS und Öl.

Das Land ist zu einem sehr großen Teil von den direkten Einnahmen aus dem Verkauf vor allem von Gas nach Europa abhängige. Eine diversifizierte Wirtschaft gibt es praktisch nicht, die Rüstungsausgaben sind hoch und über Jahrzehnte hat eine Elite aus Politik, Wirtschaft und Militär große Teile des Reichtums ins Ausland geschafft, wie Präsident Tebboune erst kürzlich in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al Jazeera bestätigte. Einziger Lichtblick ist die, nach Angaben des Präsidenten, Schuldenfreiheit des Staates im Ausland, die zur Not Investitionsspielräume schaffen würde.
Die aktuelle politische Führung leidet unter einer geschwächten Position, da sowohl weiterhin auf den Straßen Proteste stattfinden sowie der Migrationsdruck bei der Jugend hoch ist. Zuletzt viel die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen am 12. Juni 2021 auf 23%.

Algerien – Präsident Tebboune im Interview mit Al Jazeera zu nationalen und internationalen Fragen.

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