Algerien – Außenministerium beantragt Sitzung der „Union des Arabischen Maghreb“.

Algerien will die Initiative nicht Marokko überlassen.

Messahel
Algerischer Außenminister Adelkader Messahel

Weiterhin keine direkte Antwort auf Dialogangebot Marokkos.

Algier – In einer Pressemitteilung, die von der staatlichen algerischen Nachrichtenagentur APS verbreitet wurde, erklärte das algerische Außenministerium Ende letzter Woche, dass man „den Generalsekretär“ der Union des Arabischen Maghreb (UAM) offiziell kontaktiert habe, um eine Sitzung des Außenministerrates einberufen zu lassen. Diese Sitzung soll so schnell wie möglich stattfinden. Aktuell ist der ehemalige tunesiche Außenminister Dr. Taieb Baccouche amtierende Generalsekretär der Union.

Die Pressemitteilung kann als Reaktion Algeriens auf die Rede von Marokkos König Mohammed VI. betrachtet werden. Der marokkanische König hatte in einer Ansprache den Nachbarn Algerien zu einem direkten Dialog aufgefordert, um die seit Jahrzehnten bestehenden Konflikte auszuräumen. Algerien hatte bislang zurückhaltend und nicht offiziell reagiert. Nun will man zwar weiterhin nicht direkt mit Marokko sprechen, stellt sich aber möglichen Gesprächen im Außenministerrat der UAM. Zur Union gehören neben Algerien und Marokko auch Libyen, Mauretanien und Tunesien.

Algerien will die Initiative nicht Marokko überlassen.

In der Presseerklärung heißt es, dass diese Initiative „im Einklang mit Algeriens inniger Überzeugung steht, die von Algerien wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde, dass das Gebäude der Maghreb-Union wiederbelebt werden muss, in dem die Institutionen wieder aktiviert werden.“ Es heißt weiter: „Durch den Neustart der Ministerratstreffen auf Initiative Algeriens wird wahrscheinlich ein Katalysatoreffekt ausgelöst, der die Aktivitäten der anderen Organe der Union des Arabischen Maghreb wiederbeleben könnte.“

Union des Arabischen Maghreb UAM
Union des Arabischen Maghreb UAM

Das Außenministerium sagte, es habe die Maghreb-Länder über das Treffen informiert. Mit diesen Aussagen kommt man der Rede des marokkanischen Königs recht nahe, der ebenfalls eine Wiederbelebung der maghrebinischen Zusammenarbeit forderte. Dennoch soll aus Sicht Algiers kein bilateraler Dialog mit Rabat stattfinden. Gleichzeit soll Marokko nicht die Lorbeeren für den Beginn eines neuen Dialogs zwischen den maghrebinischen Ländern zufallen.

Marokkos Angebot zum Dialog fand international Zustimmung.

Das Dialogangebot König Mohammed VI. erhielt international zahlreiche Unterstützung. Regierungen unter anderem der Länder Großbritanniens, der USA, Frankreichs und der Vereinigten Arabischen Emirate lobten die Initiative Marokkos. Auch die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union begrüßten das Dialogangebot des Königreiches in Richtung Algerien. Der Generalsekretär der Afrikanischen Union forderte Algerien auf, das Angebot von Marokko anzunehmen. Sollte es zu einem Treffen der Außenminister der UAM kommen, dann wäre es das erste seit Ende der 1990 er Jahre. Der letzte Versuch im Jahr 2005 scheiterte an der Absage Marokkos. Das Königreich sagte seine Teilnahme ab, als kurz zuvor Algerien nochmals demonstrativ die Unterstützung der Polisario bekräftigte.

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