Algerien – Drohnentest in der Wüste

Drohnentest von Militärdrohnen im ersten Militärbezirk

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Drohnentest
Algerische Drohne mit Bewaffnung

Algerien entwickelt eigene Beobachtungs- und Militärdrohnen weiter.

Algier – Das algerische Militär arbeitet seit einigen Jahren an der Entwicklung von Drohnen. Bereits 2016 wurde bekannt, dass es Einsätze von Drohnen in der Nähe oder gar über der algerischen Hauptstadt Algier gegeben hat. Im Jahr 2016 sprach man in den algerischen Medien von sog. Überwachungsdrohnen ohne Bewaffnung. Am letzten Donnerstag (22. Dezember 2018) gab es einen militärischen Drohnentest.

Drohnentest von Militärdrohnen im ersten Militärbezirk

Wie zahlreiche algerische Medien nun berichten, wurden in der Wüste neuerliche Tests von bewaffneten Kampfdrohnen durchgeführt. Die Tests fanden im sog. ersten Militärdistrikt nahe der algerischen Hauptstadt statt. Im Beisein des stellvertretenden Verteidigungsministers und Stabschefs der algerischen Armee, General Ahmed Gaid Salah, wurden mehrere Manöver durchgeführt. Die Manöver dienten dazu, die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen gegen Bodenziele zu erproben sowie zu demonstrieren. Nach eigenen Angaben hat Algerien die Drohnen alleine entwickelt.

Einsatzmöglichkeiten von Drohnen sind zahlreich.

Das algerische Militär hat zahlreiche Möglichkeiten die Drohnen einzusetzen. Neben dem Einsatz gegen Bodenziele, wie Bunkeranlagen oder Kampfpanzern, können bewaffnete Drohnen auch gegen kleinere Ziele wie Fahrzeuge oder kleinen Gruppen von vermeintlichen gegnerischen Kämpfern eingesetzt werden. Sie können deutlich länger als konventionelle Flugzeuge in der Luft bleiben und sind schwerer vom gegnerischen Radar auszumachen. Militärische Kampfdrohnen können aber nicht nur gegen offensichtliche militärische Ziele eingesetzt werden, sondern werden auch im Kampf gegen und zu gezielten Tötung von Terroristen eingesetzt. Auch der Einsatz bei Volksaufständen ist theoretisch denkbar. Für das Militär senken die Drohnen die Kosten, da kein Kampfpilot eingesetzt werden muss. Alle Manöver werden entweder autonom oder durch eine Steuerzentrale am Boden durchgeführt. Die algerischen Drohnen sollen bereits seit längerem an der Grenze zu Marokko zu zum Einsatz gekommen sein.

Drohnenentwicklung auch in Marokko

Natürlich sind die Entwicklungen in Algerien dem Nachbarland Marokko nicht entgangen. Noch hat Marokko keine eigene Kampfdrohne vorgestellt. Das aber an der Drohnentechnologie auch im nordafrikanischen Königreich gearbeitet wird scheint naheliegend. Zumindest an Drohnen für den zivilen Einsatz wird bereits offen gearbeitet. So berichtete moroccoworldnews im Dezember 2017 darüber, dass die marokkanische Firma Vitol Aero Drohnen für den zivilen Einsatz entwickelt und testet. Über eigene militärische Drohnenentwicklung ist nichts bekannt. 2014 meldete die Website UAS Vision, dass Marokko mehrere französische Drohnen des Typs Harfangs besitzt.

Russland, USA und Deutschland liefern Waffen in die Region.

Beide Länder haben sehr hohe Militärausgaben und befinden sich in einem Rüstungswettkampf, der beide Staatshaushalte belastet. Marokko gibt ca. 33 Mrd. marokkanische Dirham bzw. mehr als drei Milliarden US – Dollar pro Jahr für das Militär und Rüstungsgüter aus. Algerien hat einen dreifachen Militärhaushalt von ca. 10 Mrd. US – Dollar pro Jahr. Algerien bezieht seine größeren Waffensysteme überwiegend aus Russland. Darüber hinaus ist Algerien auch bei deutschen Rüstungsunternehmen ein guter Kunde. Marokko bedient sich französischer und US Amerikanischer Technologie. In Rabat bemüht man sich aber wohl auch um türkische, chinesische und russische Waffensystem, wie Kampfhelikopter oder Raketenabwehrsysteme. Algerien steht auf Platz eins der Rangliste der Rüstungsausgaben in Afrika. Marokko folgt unmittelbar auf Platz zwei.

Rüstungsausgaben Algerien Marokko
Vergleich der Rüstungsausgaben zwischen Algerien und Marokko.
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