Algerien – Ehemaliger Premierminister Abdelmalek Sellal in Untersuchungshaft

Algerische Justiz nimmt ehemalige Mitglieder des Regimes Bouteflika weiter ins Visier.

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Abdelmalek Sellal
Quelle APS - ehemaliger Premierminister Abdelmalek Sellal

Mehrerer Verfahren gegen hochrangige Regierungsmitglieder wegen Korruption und Vetternwirtschaft eingeleitet.

Algier – Die algerische Justiz geht weiter gegen hochrangige Politiker und ehemalige Regierungsmitglieder vor. Der Ermittlungsrichter am Obersten Gerichtshof hat am Donnerstag die Überführung des ehemaligen Premierministers Abdelmalek Sellal in die Untersuchungshaft ins Gefängnis El Harrach in Algier angeordnet. Dies erklärte der Obersten Gerichtshof mit einer Pressemeldung, die über die algerische – staatliche Presseagentur APS verbreitet wurde.

Sellal
Quelle APS – ehemaliger Premierminister Abdelmalek Sellal verhaftet

Der ehemalige Regierungschef wurde vom Untersuchungsrichter des Obersten Gerichtshofs in Fällen der Verschwendung öffentlicher Gelder, des Amtsmissbrauchs und der Gewährung unangemessener Privilegien angehört. Er ist damit der zweite Ex-Regierungschef, der unter dem Präsidenten Abdelaziz Bouteflika gedient hat, gegen den wegen Korruption und Vetternwirtschaft ermittelt wird und der sich in Untersuchungshaft befindet.

Weitere Ermittlungen gegen hochrangige Politiker sind eingeleitet.

Am Mittwoch wurde der ehemalige Premierminister Ahmed Ouyahia inhaftiert, während der ehemalige Minister für öffentliche Arbeiten Abdelghani Zaâlane, nach Anhörung in korruptionsbezogenen Fällen, unter gerichtliche Aufsicht gestellt wurde.

Auch der ehemalige Minister für öffentliche Bauten, Amara Benyounès, steht unter Beobachtung der Justiz. Ähnlichen Anschuldigungen sehen sich die ehemaligen Minister Zaâlane Abdelghani, Tou Amar, Talaï Boudjemaa, Ghoul Amar, Benyounes Amara, Bouazgui Abdelkader, Djoudi Karim, Bouchouareb Abdesslam und Walis Zoukh Abdelkader und Khanfar Mohamed Djamel gegenüber.

In der Erklärung des Obersten Gerichtshofes heißt es dazu: „Aufgrund ihrer Funktionen zum Zeitpunkt der Ereignisse profitierten die oben genannten Personen von den in verabschiedeten Gesetzestext verankerten Regel in unzulässiger Weise.“

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