Algerien – Frankreich soll Kandidatur von Bouteflika vorab zugestimmt haben.

Zur Kandidatur von Bouteflika gibt es keine Alternative.

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Paris
Zentrum von Paris

Konsultationen zwischen Algier und Paris könnten Kandidatur von Bouteflika beeinflusst haben.

Algier / Paris – Trotz der durch Frankreich in der Kolonialzeit verursachten Ereignisse, scheinen die politischen Beziehungen weiterhin sehr eng zu sein. Nach Angaben des Observalagerien ist der Einfluss Frankreichs, auf die politischen Geschehnisse in Algerien, weiterhin tiefgreifend und umfassend. Der Einfluss von Paris könnte so groß sein, dass man sich in Algier der Rückendeckung Frankreichs für eine erneute Kandidatur von Präsident Bouteflika, um den Posten als Staatschef, versichern musste. Für Präsident Abdelaziz Bouteflika geht es im April um die fünfte Amtszeit.

Zur Kandidatur von Bouteflika gibt es keine Alternative.

Die Nachrichtenseite Observalgerien beruft sich auf Informationen von Maghreb Intelligence, die sich wiederum auf Quellen aus dem Élysée Palast stützen, wonach man die Kandidatur von Präsident Bouteflika erst bekannt gab, nachdem Frankreich seine Zustimmung gab. Aus Sicht Frankreichs soll es zur Person Bouteflika keine Alternative bzw. realistische Persönlichkeit geben, die es schaffen könnte, das in Algerien mächtige Militär hinter sich zu bringen. Nach der gleichen Quelle billigte Frankreich die fünfte Amtszeit von Präsident Bouteflika, und dies, nachdem mehrere Gespräche auf höchster Ebene und im höchsten Ermessen mit aus Algier entsandten Abgesandten begonnen hatten.“ Der Nachrichtendienst Maghreb Intelligence berichtet, dass „der Élysée keine andere Alternative gefunden hat, auf die man setzen könnte“. Die vermeintlich alternativen Kandidaten, wie der amtierende Premierminister oder der Generalsekretär der Nationalen Sammlung für Demokratie (RCD), wurden als „nicht schlüssig und gefährlich eingestuft, eben weil sie keine klare Mehrheit im Oberkommando der algerischen Armee hinter sich bringen können.“

Bouteflika
Präsident Algeriens Abdelaziz Bouteflika

Französischer Botschafter in Algier gab Empfehlung ab.

Die selbe Nachrichtenseite fügt hinzu, dass der französische Botschafter in Algerien, Xavier Driencourt, „seine Treffen in diesem Jahr intensivierte, um das Problem der Kandidatur von Bouteflika für eine fünfte Amtszeit zu lösen“. In einer Notiz an den Élysée Palast, dem Sitz des französischen Präsidenten, hätte Botschafter Driencourt empfohlen, „die Kandidatur von Bouteflika bei den Präsidentschaftswahlen zu unterstützen, zumindest um Zeit für einen Übergangsprozess zu gewinnen, um das Problem der Nachfolge lösen zu können.“

Paris fordert seine Diplomaten auf, Vorkehrungen zu treffen.

Nach Angaben von Maghreb Intelligence hätte Paris darauf bestanden, dass französische Diplomaten in Algerien Vorkehrungen treffen, um für den Fall gewappnet zu sein, dass der algerische Präsident verstirbt. Worin aber diese Vorkehrungen bestehen könnten, ist unbekannt.

Frankreich fordert Algerien auf einen Vizepräsidenten zu benennen.

Des weiteren wird berichtet, dass der Generalsekretär des französischen Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten, Maurice Gourdault-Montagne, „dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron empfohlen hätte, die algerischen Behörden unter Druck zu setzen, einen Vizepräsidenten zu ernennen und damit die Lücke zu füllen, falls Bouteflika seine Pflichten nicht mehr nachkommen kann“.

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