Algerien – Französischer Präsident vor Algerienreise noch diesen Monat

Diplomatische Krise soll überwunden werden. Es geht um Mali, Gas und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

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Emmanuel Macron wird am 25. August in Algier für 24 Stunden erwartet.

Algier / Paris – Nach algerischen Medienberichten steht die erste Reise des französischen Präsidenten in ein maghrebinisches Land nach seiner Wiederwahl in Kürze an, was das Ende der aktuellen Eiszeit zwischen Frankreich und Algerien einläuten könnte.

Am 25. April 2022 übermittelte der Präsident der Republik Algerien, Abdelmadjid Tebboune, dem französischen Staatsoberhaupt Emmanuel Macron nach dessen Wiederwahl ein Glückwunschschreiben.

Am 5. Juli 2022, an dem Algerien seinen 60. Jahrestag der Unabhängigkeit feierte, sandte Emmanuel Macron seinem algerischen Amtskollegen ein Glückwunschschreiben und kündigte an, dass er „gerne in Kürze nach Algerien kommen würde, um gemeinsam eine neue bilaterale Agenda auf den Weg zu bringen, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt für die Wahrung unserer „Souveränität“ aufbaut“.

Mehreren Quellen zufolge wird Emmanuel Macron am 25. August 2022 zu einem 24-stündigen Besuch in Algier erwartet. Auf der Tagesordnung der Gespräche stehen Mali, algerisches Gas, das Visaproblem, die Rückkehr illegaler Algerier auf französischen Boden, die Versöhnung im Gedenken an die Opfer sowie die bilaterale wirtschaftliche und justizielle Zusammenarbeit.

Eine offizielle Bestätigung des Elysee Palastes oder des Präsidialamtes in Algier gibt es aber noch nicht.

Diplomatische Krise soll überwunden werden.

Algerien bereitet die Entsendung eines neuen Botschafters vor.

„Die Regierung der Französischen Republik hat der Ernennung von Herrn Saïd Moussi zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Demokratischen und Volksrepublik Algerien in der Französischen Republik zugestimmt,“ hieß es am vergangenen Mittwoch in einer Pressemitteilung des Außenministeriums.

Im vergangenen Jahr hatte Algier seinen Botschafter zu Konsultationen zurückgerufen und so auf vermeintliche negative Äußerungen des französischen Präsidenten zum algerischen Staat reagiert. Beide Länder verbindet eine Hassliebe.

In Algerien werden die Gräueltaten Frankreichs als Besatzungsmacht und im Algerienkrieg in Erinnerung gehalten und sind ein wesentlicher Teil der Staatsideologie. Zugleich ist die französische Kultur, die Sprache, wesentliche juristische Strukturen an die französischen Systeme angelehnt.

In Frankreich wehren sich gerade rechte und nationalistische Parteien gegen Schuldeingeständnisse und trauern einem vermeintlichen Groß-Frankreich sowie einen Französisch-Algerien nach.

So kommt es immer wieder zu rhetorischen Auseinandersetzungen und diplomatischen Verstimmungen. Trotz allem sind die Verbindungen eng und könnten wieder enger werden. Nicht nur das die algerischen Staatsangehörigen die größte Migrantengruppe in Frankreich darstellen, sondern Algerien könnte als alternativer Gaslieferant immer weiter an Bedeutung gewinnen. Auch Frankreich ist an den Ressourcen interessiert, hat man derzeit mit der Atomkraft Probleme. Alle Seiten sind daher daran interessiert die diplomatische Krise aufzulösen. Dafür reist Marcon sicherlich auch gerne demütig nach Algerien.

Algerien – Botschafter nach mutmaßlichen Äußerungen von Macron zum Regime und zur Kolonialzeit zurückgerufen.

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