Algerien – Italienische Ministerpräsidentin besucht Algier.

Premierministerin Giorgia Meloni betont Algeriens bedeutende Rolle als Energielieferant.

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Strategische Beziehungen zwischen Italien und Algerien sollen weiter gestärkt werden. Giorgia Meloni und Abdelmajid Tebboune betonen Zusammenarbeit.

Algier – Der erste zweitägige Auslandsbesuch von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni führte die neue starke Frau Italiens nach Algerien. Dabei wurden die beiden „freundschaftlichen Beziehungen“ gefeiert. Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune und Ministerpräsidentin Meloni unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung anlässlich des 20. Jahrestags der Unterzeichnung des „Vertrags über Freundschaft und gute Nachbarschaft“. Nach persönlichen Treffen wurde die Erklärung den Mitgliedern der Delegationen beider Länder im Amtssitz des Präsidenten der Republik Algerien vorgelegt.

Premierministerin Meloni besuchte am ersten Tag ihres Aufenthalts das „Heiligtum der Märtyrer“, wo sie einen Blumenkranz vor dem Gedenkstein niederlegte und eine Schweigeminute zum Gedenken an die „Shouhada“, der „Glorreichen Nationalen Befreiungsrevolution“, einlegte. Am zweiten Tag besuchte sie den Enrico-Mattei-Garten in Hydra (Algier), dessen Einweihung der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella bei seinem Besuch in Algerien im November 2021 vornahm.

Nachdem sie sich über das historische und kulturelle Erbe der Hauptstadt informiert hatte, besuchte Ministerpräsidentin Meloni auch die Bastion 23 und trug sich in das Goldene Buch ein.

Weitere Abkommen und Absichtserklärungen unterzeichnet.

Der algerische Präsident Tebboune und Premierministerin Meloni nahmen auch an der Unterzeichnung von vier Absichtserklärungen zur besseren Verständigung und Zusammenarbeit teil. Diese betreffen die Verbesserung der Energieverbundnetze für eine nachhaltige Energiewende, die technologische Zusammenarbeit bei der Verringerung des Abfackelns von Gas und anderen Techniken zur Emissionsreduzierung, die Zusammenarbeit bei Weltraumaktivitäten zu friedlichen Zwecken und die Zusammenarbeit zwischen dem algerischen Rat für wirtschaftliche Erneuerung (CREA) sowie dem italienischen Industrie- und Handelsverband.

Gemeinsame Erklärung zu den Beziehungen zwischen Algerien und Italien

Präsident Tebboune und Ministerpräsidentin Meloni begrüßten in einer gemeinsamen Stellungnahme vor der Presse den Stand der bilateralen Beziehungen. Sie bestätigten ihre Bereitschaft, die Partnerschaft zu einer soliden und zuverlässigen strategischen Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Der Präsident dankte Ministerpräsidentin Meloni dafür, dass sie Algerien als Ziel ihrer ersten Auslandreise gewählt habe, und zwar „aus einem wichtigen Anlass, nämlich dem 20-jährigen Bestehen des Vertrags über Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern“.

Präsident Tebboune bekräftigte die Entschlossenheit Algeriens, „sich als strategischer Partner Italiens im Energiesektor zu beweisen und seine Verpflichtungen als zuverlässiger regionaler und internationaler Lieferant zu erfüllen“. Da der Handel zwischen Algerien und Italien von „8 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf 16 Milliarden Dollar“ gestiegen sei, lobte er „den Umfang und die Bedeutung der bilateralen Beziehungen in den letzten Jahren”, so die staatliche Nachrichtenagentur APS.

Neues Gas-Pipelineprojekt soll mehr Gas nach Europa transportieren.

Er unterstrich die Bedeutung des neuen Gaspipeline-Projekts zwischen Algerien und Italien, das „in naher Zukunft vollendet sein wird“. Diese Infrastruktur wird es Algerien auch ermöglichen, Strom, Ammoniak und Wasserstoff zu exportieren, während Italien zu einem „Vertriebszentrum für Energieprodukte nach Europa“ ausgebaut werden könnte.

Stellantis bekommt mit der Marke FIAT Zugang zum algerischen Markt

Der algerische Präsident kündigte weiter an, dass die Produktion und der Verkauf von Fahrzeugen der italienischen Marke „Fiat“ durch die „Stellantis“-Gruppe in Algerien „ab März nächsten Jahres“ beginnen werde.

Gemeinsame Positionen in Sicherheitsfragen hervorgehoben.

Er wies auch darauf hin, dass Algerien und Italien sich einig seien über die Notwendigkeit, sich gemeinsam für Sicherheit und Frieden im Mittelmeerraum einzusetzen, und dass in regionalen Fragen große Übereinstimmung herrsche.

„Die Fortsetzung und Ausweitung der Unterstützung für das palästinensische Volk und die Verteidigung seiner legitimen Rechte“ sowie die Notwendigkeit einer „einvernehmlichen Lösung“ der Libyen-Frage hätten oberste Priorität, sagte er. Darüber hinaus müsse das in Algier erzielte Friedens- und Versöhnungsabkommen zur Lage in Mali vollständig umgesetzt werden. Er begrüßte auch „die positive und ausgewogene Haltung Italiens zugunsten einer gerechten Lösung der Westsahara-Frage“.

Premierministerin Giorgia Meloni betont Algeriens bedeutende Rolle als Energielieferant.

Premierministerin Giorgia Meloni äußerte sich erfreut über die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und erklärte, die Wahl Algeriens als erste Etappe ihrer Reise nach Nordafrika sei „kein Zufall“ und zeige „die Bedeutung Algeriens als zuverlässiger und strategisch wichtiger Partner“.

Meloni bestätigte die Bereitschaft ihres Landes, „die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft, Kultur und Politik zu intensivieren“. Sie erklärte, dass „Italien eine Partnerschaft mit Algerien aufbauen möchte, die es beiden Ländern ermöglicht, mehr Wachstum und Entwicklung zu erreichen, Brücken zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers zu bauen bzw. zur Stabilität in der Region beizutragen“.

Darüber hinaus erklärte sie, sie glaube, dass Algerien in Anbetracht der Energiekrise in Europa „eine führende Rolle auf afrikanischer bzw. globaler Ebene“ im Energiesektor spielen könne.

In Antwort auf eine Frage zum neuen algerischen Investitionsgesetz sagte die italienische Premierministerin, das Gesetz werde ausländische und italienische Investitionen in Algerien begünstigen. Dabei stelle sie fest, dass „mehrere italienische Unternehmen jetzt daran interessiert sind, neue Projekte in Algerien zu gründen“.

Meloni verwies außerdem auf den „Mattei-Plan“ für die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Italien und Afrika. Sie unterstrich, dass das Hauptaugenmerk auf dem Mittelmeerraum liegen wird, „wobei Nordafrika, insbesondere Algerien, der stabilste und wichtigste Partner, Vorrang hat“.

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