Algerien – Madrid will die Spannungen mit Algier erneut abbauen.

Algerien sei ein zuverlässiger Partner aber Rom sei nun Energie-Hub in Europa

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Spanischer Außenminister bringt eine Vermittlung durch die Europäische Union im Konflikt mit Algerien ins Spiel.

Algier / Rabat – Seit Monaten befinden sich Algerien und Spanien in einer beispiellosen diplomatischen Krise, die durch eine Kehrtwende in der Haltung Madrids gegenüber dem Westsahara-Konflikt zu Gunsten Marokkos ausgelöst wurde.

Seit Beginn der Krise versucht Spanien unaufhörlich seine Trümpfe auszuspielen, um die Spannungen zwischen Algier und Madrid abzuschwächen. Nach Beschwichtigungsappellen bittet das Land aktuell um europäische Vermittlung.

Für politische Beobachter in Algerien sei es nicht überraschend, dass Madrid und Spaniens Außenminister Albares mit Beginn des Jahres 2023 einen neuen Verständigungsversucht in Richtung Algier startet.

Albares betonte die Freundschaft zwischen Algerien und Spanien.

Am vergangenen Montag zog der spanische Außenminister José Manuel Albares in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Europa Press eine Bilanz der aktuellen Beziehungen zwischen Algier und Madrid. Der Außenminister betonte sogar, dass die „ausgestreckte spanische Hand in Richtung Algerien“ auch ausgestreckt bleibe.

„Wir streben eine Beziehung zu Algerien an, die auf gegenseitigem Respekt, gemeinsamen Interessen und der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten beruht, wie dies auch bei unseren anderen Nachbarn der Fall ist“, sagte der spanische Außenminister.

Nach Angaben von Minister Albares befinde sich die spanische Regierung noch in Gesprächen mit der Europäischen Kommission in Brüssel, um diese diplomatische Krise zu lösen.

„Die Europäische Union hat die Instrumente, sowohl für den Dialog als auch für die Reaktionsmöglichkeiten. Es gibt Kontakte zwischen den europäischen und algerischen Behörden“, betonte er. „Jedes Mal, wenn wir eine festgefahrene Situation feststellen, werden wir diese weiterhin der Europäischen Kommission vorlegen, da die Handelspolitik eine gemeinsame Handelspolitik ist“, fügte er hinzu.

Algerien sei ein zuverlässiger Partner aber Rom sei nun Energie-Hub in Europa

Im selben Interview zögerte der spanische Außenminister nicht, Algerien für die Einhaltung seiner Gasverträge mit Spanien als „zuverlässigen Partner“ zu loben. „Algerien ist ein zuverlässiger Erdgaslieferant, der sich stets an seine internationalen Verträge hält“, bestätigte er.

Trotz der diplomatischen Krise zwischen den beiden Ländern liefere Algerien wie vertraglich vereinbart weiterhin Gas an Spanien. Darüber hinaus hatte das nationale Unternehmen Sonatrach eben einige Partnerschaften mit spanischen Partnern überarbeitet.

Seit Beginn dieser diplomatischen Spannungen haben mehrere spanische Unternehmen dagegen ihre Regierung ins Visier genommen bzw. ihr die Schuld für den Rückgang des Handels mit Algerien zugewiesen.

Vor kurzem hatte Algerien eine neue Energiepartnerschaft mit Spanien ausgeschlossen. Nach Angaben von Präsident Abdelmadjid Tebboune arbeite Algier z. Zt. auch mit Rom als Energie-Drehscheibe in Europa zusammen.

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