Algerien – Polisario lehnt Teilnahme am UNO „Runden – Tisch“ Format zur Westsahara ab.

Polisario und zuvor Algerien erteilen UNO - Gesprächsformat eine Absage.

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Polisario
Polisario Führer Brahim Ghali Polisario erklärt Waffenstillstand mit Marokko für beendet.

UN – Sonderbeauftragter zur Westsahara verliert bereits zwei Gesprächspartner.

Algier – Der Präsident der ausgerufenen Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) und Anführer ihres bewaffneten Arms, der Frente Polisario, Brahim Ghali, erläuterte am 30. November 2021 die Haltung seiner Organisation zum von der UNO geführten Friedens- und Verhandlungsprozess zur Lösung der Westsahara – Frage.

In einem Interview, mit dem algerischen Fernsehen, das am Dienstagabend ausgestrahlt wurde, und das von der algerischen – staatlichen Nachrichtenagentur APS zitiert wird, sagte Brahim Ghali, dass „die saharauische Seite eine Lösung des Westsahara-Konflikts durch die Durchführung von Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien (Marokko/Polisario) unter der Schirmherrschaft der Afrikanischen Union (AU) anstreben würde, um eine Lösung zu finden, die der Region ein Leben in Frieden ermöglicht und die Besatzung zum Abzug ihrer Truppen aus den saharauischen Gebieten veranlasst“. Ghali sagte weiter: „Die marokkanische Besatzungsmacht hat zwei Möglichkeiten: die von den Vereinten Nationen befürwortete Lösung, die auf der Durchführung eines Referendums zur Selbstbestimmung beruht, oder die von der AU befürwortete Verhandlungslösung“.

Polisario und zuvor Algerien erteilen UNO – Gesprächsformat eine Absage.

Damit würde die Polisario dem bisherigen Format des „Runden-Tisch“, analog der Position ihres Hauptunterstützers Algerien, eine Absage erteilen und auch die Rolle der UNO reduzieren wollen, um die Afrikanische Union zur Bühne eines Verhandlungsprozesseses zu machen. Eine nicht neue Haltung und Bestrebung. Beide erhoffen sich auf der Ebene der Afrikanischen Union mehr Unterstützung als im UNO-Sicherheitsrat. Zu den Unterstützern der Frente Polisario im AU Sicherheitsrat gehören: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burundi, Dschibuti, Ghana, Kenia, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nigeria, Tschad, Senegal und allen voran Algerien. Mit dem aktuellen Interview des Polisario-Führers hat der neue UN – Sondergesandte des Generalsekretärs, Staffan de Mistura, bereits zwei der vier bisherigen Gesprächspartner (Algerien, Marokko, Mauretanien, Polisario) und Teilnehmer des „Runden Tisch“ – Formats verloren, noch bevor er überhaupt agieren konnte.

Marokko – Westsahara – 2. „Runder Tisch“ Gespräche beginnen heute in Genf.

Nasser Bourita sieht marokkanische Position weiter gestärkt.

Der marokkanische Außenminister Nasser Bourita trat nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates zur MINURSO Mission vom 29. Oktober 2021 vor die Presse in Rabat. In einer ersten Stellungnahme begrüßte er, die Verlängerung der MINURSO – Resolution und die deutliche Mehrheit im Sicherheitsrat. Aus seiner Sicht seien die Gegner der bisherigen Entwicklung in dieser Frage erneut gestellt worden. Für den marokkanischen Außenminister Bourita muss es beim Format des „Runden Tisches“ bleiben, und dieses Format wurde durch die wiederholte Nennung in der Resolution bestärkt, zum Nachteil der Gegner dieses Rahmens. Weiter sei der Prozess zur Entwicklung einer pragmatischen, dauerhaften, politischen und für beide Seiten akzeptablen Lösung auf der Grundlage eines Kompromisses gestärkt worden.

Algerien sei aufgerufen, so der marokkanische Außenminister weiter, sich während des gesamten politischen Prozesses zu engagieren. Für Marokko ist die Bühne des UNO-Sicherheitsrat vorteilhafter, da man auf die Unterstützung der Vetomächte Frankreich, Großbritannien und vor allem USA bauen kann. Die Polisario hat indirekt, durch den engen verbündeten Algeriens, Russland, eine leise Stimme, wobei sich Moskau nicht unbedingt wegen der Polisario eine diplomatisch schwierige Situation im Sicherheitsrat schaffen möchte.

Marokko – UNO-Sicherheitsrat verlängert MINURSO-Mandat in der Westsahara um ein Jahr.

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