Algerien – Präsident Bouteflika schreibt an König Mohammed VI.

Angebot Marokkos zum direkten Dialog bleibt unbeantwortet.

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Ramadan
König Mohammed VI. und Präsident Abdelaziz Bouteflika

Grußbotschaft anlässlich des Gründungsjubiläums der Arabisch Maghrebinischen Union (AMU). Weiterhin keine Reaktion auf Dialogangebot Rabats.

Am vergangenen Wochenende feierte die Arabisch Maghrebinische Union ihr 30-jähriges Gründungsjubiläum. Zu diesem Anlass wandte sich der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika mit einem Brief an den marokkanischen König Mohammed VI. In seinem Brief bekräftigte der Präsident der algerischen Republik, dass diese Feier „ein Zwischenstopp sei, um den Kurs der AMU zu bewerten und ihr Handeln entsprechend den Anforderungen und der aktuellen Konjunktur zu entwickeln“. Der algerische Präsident ergänzte: „Ich freue mich, anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Arabischen Maghreb-Union (AMU) im Namen des algerischen Volkes und der Regierung und in meinem Namen meine herzlichen Glückwünsche und meine besten Wünsche an Sie zu richten. Zu aller erst bete ich zu Gott, dem Allmächtigen, um sie mit Gesundheit und Glück zu segnen und den brüderlichen Marokkanern unter ihrer erleuchteten Führung mehr Fortschritt und Wohlstand zu schenken.“ Im weiteren Verlauf des Briefes ergänzte Präsident Bouteflika: „Die Feier dieses Jubiläums bietet uns die angenehme Gelegenheit, an das Band der Brüderlichkeit, der Solidarität und der guten Nachbarschaft zwischen den Maghreb-Völkern und den zivilgesellschaftlichen Konstanten zu erinnern. Dies ist eine Etappe, die es erforderlich macht, den Weg der AMU sowie die Entwicklung und Aktualisierung ihrer Funktionsweise zu bewerten, um sie an die Erfordernisse der Zeit anzupassen und so zu stärken.“

Bouteflika weist auf Engagement Algeriens für die AMU hin.

Bei dieser Gelegenheit bekräftigte Abdelaziz Bouteflika „das ständige Engagement Algeriens für den Aufbau der Arabischen Maghreb Union, als strategische Entscheidung und als Antwort auf die Forderungen der Bevölkerungen in den Maghrebländern nach mehr Einheit, Zusammenarbeit und Integrität sowie als Bestreben die Institutionen und Strukturen, hinsichtlich wachsender Herausforderungen zu stärken.“

Angebot Marokkos zum direkten Dialog bleibt unbeantwortet.

Trotz dieses Schreibens aus Algier, bleibt das Angebot Marokkos an Algerien, alle offenen Fragen und Konfliktfelder in einem direkten Dialog zu erörtern, unbeantwortet. Ende letzten Jahres überraschte König Mohammed VI. von Marokko die politischen Beobachter, in dem er, in einer TV-Rede, die an den sog. „Grünen Marsch“ der Marokkanerinnen und Marokkaner in die Westsahara erinnerte, Algerien anbot, direkte Gespräche zu führen, um alle Konfliktfelder zu erörtern und möglichst aufzulösen. Marokkos König und sein Außenminister machten deutlich, dass man die Grenzschließung, die seit 1994 besteht, überwinden will. Doch bisher hat Algerien direkten Gesprächen nicht zugestimmt, sondern lediglich eine Wiederbelebung der AMU initiieren wollen. Rabat wartet bis heute auf eine direkte Antwort auf das Dialogangebot. Aus Sicht Marokkos ist es der jahrzehntelange Konflikt mit Algerien, der die Entwicklung einer AMU behindert.

Marokko – Königliche Rede zum 43. Jahrestag „Grüner Marsch“

 

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