Algerien – Präsident reist zur Libyenkonferenz nach Berlin.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Berlin erwartet.

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Präsident
Präsident der Volksrepublik Algerien - Abdelmadjid Tebboune

Vereinte Nationen und Deutschland wollen Friedensprozess in der Libyenkrise unterstützen.

Algier – Der algerische Präsident, Abdelmadjid Tebboune, reiste am Samstagnachmittag von Algier nach Berlin, um an der internationalen Konferenz zur Libyenkrise teilzunehmen, die am Sonntag stattfinden wird. Dies bestätigte die algerische – staatliche Nachrichtenagentur APS.

Präsident Tebboune wurde bei seiner Abreise am internationalen Flughafen Houari-Boumediene vom Premierminister Abdelaziz Djerad und dem amtierenden Stabschef der Nationalen Volksarmee, Generalmajor Said Chanegriha, verabschiedet.

Konfliktparteien und Einflussnehmer in Berlin versammelt.

Die Konferenz, die auf Initiative der deutschen Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen am heutigen Sonntag stattfindet, soll die Versöhnungsbemühungen im seit 2011 herrschenden bewaffneten Konflikt in Libyen unterstützen.

Merkel
Quelle Kanzleramt: Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der algerischer Präsident erhielt, nach Angaben von APS, am vergangenen Montag einen Anruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihn zur Teilnahme an dieser Konferenz eingeladen hat, an der mehrere Länder teilnehmen werden, darunter Russland, die Türkei, die Vereinigten Staaten, China, Italien. Kongo, Frankreich, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Generalsekretär der Vereinten Nationen und der Generalsekretär der Arabischen Liga. Kritik an der Teilnehmerliste gab es, aus den beiden Maghreb-Staaten Marokko und Tunesien. Tunesien wurde als direktes Nachbarland ebenso wenig eingeladen, wie Marokko, das 2016 das bisher einzige Abkommen zwischen den libyschen Konfliktparteien vermitteln konnte.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Berlin erwartet.

Der algerische Präsident trifft auf zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie hochrangige Beamte aus den Teilnehmerländern. Erwartet werden unter anderem Präsident Putin, Präsident Erdogan, Präsident Macron sowie US-Außenminister Mike Pompeo. In den Libyenkonflikt sind zahlreiche der genannten Länder involviert, sei es finanziell, mit militärischer Ausrüstung oder wie die Türkei auch mit dem eigenen Militär. Somit stehen sich direkte Konfliktgegner gegenüber, was die Einigung auf einen Friedensprozess und einen Waffenstillstand schwierig erscheinen lässt. Der Libyenkonflikt hat sich längst zum Schlachtfeld mehrere Stellvertreterkriege entwickelt. Es geht, um den politischen Einfluss im Maghreb, in Nordafrika und der Sahelzone sowie um den Zugriff auf die reichen Vorkommen an Erdöl und Erdgas in Libyen sowie vor der libyschen Küste im Mittelmeer.

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