Algerien – Regierung legt Haushaltsentwurf 2019 vor.

Finanzminister sieht Haushaltsentwurf im Einklang mit der Gesamtstrategie der Regierung.

Haushaltsentwurf
Finanzplanungen für die folgenden Jahre im Parlament zu Beratungen eingereicht

Finanzministerium erwartet weiterhin ein Haushaltsdefizit für die nächsten Jahre.

Algier – Die Regierung hat am gestrigen Sonntag den Haushaltsentwurf 2019 dem Parlament zur Beratung vorgelegt. Finanzminister Abderrahmane Raouya stellt den Entwurf für zwei Tage zu Diskussion. Die Beratungen im Parlament finden unter erheblichen Spannungen zwischen der Regierungsmehrheit und der Opposition statt. So hat die FFS-Partei demonstrativ an der gestrigen Sitzung nicht teilgenommen, um gegen den neuen Parlamentspräsidenten Said Bouhadja zu protestieren.

Gesamtausgaben bei über 8,557 Mrd. algerische Dinar.

Die geplanten Staatsausgaben werden auf 8,557 Mrd. algerische Dinar geschätzt, ein leichter Rückgang gegenüber 2018. Das Verwaltungsbudget wird mit 4,954 Mrd. Dinar angegeben. Für Soziales wurde ein Finanzrahmen von 1,763 Mrd. Dinar bereitgestellt, verglichen mit 1,760 Mrd. Dinar im Jahr 2018. Die Subventionen erreichen 445 Mrd. Dinar, Familien erhalten ca. 290 Mrd. Dinar und Rentner 500 Mrd. Dinar. In den Gesundheitssektor fließen ca. 336 Mrd. und in den Wohnungsbau ca. 300 Mio. Dinar. Das Haushaltsdefizit soll voraussichtlich 2,200 Mrd. Dinar erreichen.

Finanzminister sieht Haushaltsentwurf im Einklang mit der Gesamtstrategie der Regierung.

Der algerische Finanzminister stellte im Parlament die Eckpunkte des Haushaltsentwurfes 2019 vor. Nach seiner Einschätzung steht der Entwurf „im Einklang mit den Bemühungen des Staates die negativen Auswirkungen des Rückgangs der Finanzmittel auf die Volkswirtschaft abzumildern. Dies vor einem Kontext, der durch Belastungen auf das interne und externe Finanzgleichgewicht des Landes gekennzeichnet ist. Diese Spannungen sind durch einen Rückgang der Ölpreise geprägt“, sagte Raouya. Im Detail bedeutet dies für die kommenden Jahre 2019 bis 2021, dass Algerien von einer Reduzierung des Haushaltsdefizits ausgeht. Für das kommende Jahr geht man im Ministerium von einem Defizit in Höhe von 17,2 Mrd. US-Dollar aus. Im Folgejahr 2020 erwartet man ein gesunkenes Haushaltsdefizit von 14,2 Mrd. US-Dollar sowie für das Jahr 2021 von 14 Mrd. US-Dollar.

Devisenreserven sinken weiter. Wirtschaftswachstum bei über 3% erwartet.

Die erwarteten Haushaltsdefizite und die gesunkenen Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl werden in den kommenden Jahren die Devisenreserven des Landes weiter belasten. „Dieser Rückgang wird zu einer Verringerung der Devisenreserven auf 62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019, dann 47,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 und 33,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 führen“, sagte der Ministerin. Im kommenden Jahr erwartet die Regierung ein Wirtschaftswachstum von ca. 3,4% gefolgt von 3,2% im Jahr 2020 und 2021.

Anstieg der Ölexporte, Rückgang bei Warenimporte prognostiziert.

Das Finanzministerium geht davon aus, dass Algerien in den kommenden Jahren wieder Mehreinnahmen aus dem Export von Gas und Öl erzielen wird. Ab dem Jahr 2020 erwartet man in Algier Mehreinnahmen von 4,2% oder ca. 34,5 Mrd. US – Dollar. Im Jahr 2021 sollen es dann 2% oder 35,2 Mrd. US – Dollar werden. Minister Raouya erläuterte, dass die Warenimporte weiterhin rückläufig sein werden. Für das kommende Jahr würde Algerien Waren im Wert von ca. 44 Mrd. US – Dollar importieren. Im Jahr 2020 geht man davon aus, dass der Importwert auf 42,9 Mrd. US – Dollar sinken wird, um im Jahr 2021 auf 41,8 Mrd. US – Dollar zu fallen. Der Minister betonte die Verringerung des Handelsbilanzdefizits von „10,4 Mrd. US – Dollar im Jahr 2019 auf 8,2 Milliarden US – Dollar im Jahr 2020 und 6,4 Mrd. US – Dollar im Jahr 2021″.

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