Algerien – Türkischer Präsident in Algier eingetroffen.

Kein Besuch im Nachbarland Marokko

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Präsident
Türkischer Präsident Erdogan vom algerischen Präsident Tebboune begrüßt.

Präsident Erdogan trifft Präsident Tebboune, um Gespräche über Libyenkrise und bilaterale Beziehungen zu führen.

Algier – Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat seine Afrikareise angetreten. Sein erster Stopp ist heute in Algier gewesen. Der zweitägige Besuch in Algier folgt einer Einladung seines algerischen Amtskollegen Abdelmadjid Tebboune. Der Besuch soll die bilaterale Zusammenarbeit stärken.

„Die beiden Präsidenten werden Möglichkeiten und Mittel zur Stärkung der bilateralen Beziehungen und der Zusammenarbeit erörtern sowie Meinungen zu internationalen Fragen von gemeinsamem Interesse austauschen“, sagte das algerische Präsidialamt in einer Erklärung, die über die algerische – staatliche Nachrichtenagentur APS veröffentlicht wurde. Erdogan sagte vor dem Abflug gegenüber Medienvertretern in Istanbul: „Wir waren gemeinsam mit Herrn Tebboune auf der Berliner Konferenz (Libyenkonferenz). Wir haben dort auch bilaterale Treffen gehabt. Wir werden auch die Gelegenheit haben, unsere bilateralen Beziehungen während unserer Treffen mit dem Präsidenten und anderen Beamten im Detail zu besprechen.“

Algerien und die Türkei vereinbaren Konsultationsrat.

Im Rahmen des heutigen Tages unterzeichneten beide Staatsoberhäupter eine Absichtserklärung. Beide Länder wollen sich zukünftig besser abstimmen. Wie die Nachrichtenagentur APS berichtet, haben Präsident Erdogan und Präsident Tebboune in ihrer Absichtserklärung vereinbart, einen hochrangigen Konsultationsrat einzurichten.

„Völlige Übereinstimmung“ bei der Bewertung der Libyenkrise.

Der Präsident der Republik Algerien, Abdelmadjid Tebboune, sprach am Sonntag in Algier von einer „völligen Übereinstimmung“ zwischen Algerien und der Türkei über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zur Umsetzung der Ergebnisse der Berliner Libyen-Konferenz.

Was die Situation in der Region betrifft, „besteht zwischen uns und der Türkei, einem brüderlichen Land, eine völlige Übereinstimmung über die Notwendigkeit, mit Allahs Hilfe, zusammenzuarbeiten, um die Ergebnisse der Berliner Konferenz umzusetzen“, sagte Herr Tebboune auf einer Pressekonferenz, die er gemeinsam mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan am Ende ihres Treffens abgehalten hat. Algerien und die Türkei „verfolgen die Situation in Libyen aufmerksam“, fügte er hinzu. Im Rahmen der Berlin – Konferenz bot Algerien an, „Moderator für den Dialog zwischen den libyschen Brüdern“ zu sein.

Tebboune
Präsident Tebboune empfängt Präsident Erdogan

Wirtschaftsbeziehungen sollen ausgeweitet werden.

Auf bilateraler Ebene erklärte Präsident Tebboune, er habe mit seinem türkischen Amtskollegen vereinbart, das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern „sehr bald“ auf mehr als fünf Milliarden US – Dollar zu erhöhen, und begrüßte die Stellung der Türkei, als „heute eine der großen Wirtschaftsmächte außerhalb der Europäischen Union (…), die ihre Wirtschaft auf KMUs aufgebaut hat“.

Der algerische Präsident betonte, dass er mit Präsident Erdogan vereinbart habe, einen „engen Austausch“ zwischen den algerischen Ministern und ihren türkischen Amtskollegen, insbesondere den Außenministern, zu fördern, um „keinen Raum für Missverständnisse zu lassen“. Präsident Tebboune gab bekannt, dass er dem Bau einer neuen türkischen Botschaft in Algerien zugestimmt hat, und erwähnte auch die Eröffnung eines türkischen Kulturzentrums in Algerien und eines algerischen Kulturzentrums in der Türkei. Präsident Tebboune sagte auch, er habe die Einladung von Präsident Erdogan zu einem Besuch in der Türkei angenommen.

Kein Besuch im Nachbarland Marokko

Neben Algerien wird der türkische Präsident auch Senegal und Gambia besuchen. Das hauptsächliche Ziel der Reise ist es, die Beziehungen zu afrikanischen Ländern zu stärken. Der türkische Präsident wird aber nicht in das algerische Nachbarland Marokko reisen, trotz Berichten über einen anstehenden Erdogan-Besuch im nordafrikanischen Königreich. Derzeit trüben aber Handelsstreitigkeiten die Beziehungen zwischen Marokko und der Türkei. Auch die Abwesenheit Marokkos bei der Libyenkonferenz in Berlin, am vergangenen Sonntag, hat sicherlich zum Bedeutungsverlust für das Königreich geführt, obwohl man im Jahr 2016 das erste und bisher einzige Abkommen zwischen den Kriegsparteien in Libyen vermitteln konnte. Entsprechend verärgert war man über die fehlende Einladung nach Berlin in Rabat. Ende Dezember besuchte Präsident Erdogan Tunesien, um sich bezüglich der Entsendung von türkischen Truppen nach Tripolis abzustimmen.

Tunesien – Türkischer Präsident in Tunis eingetroffen.

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