Algerien – UN-Sondergesandte Westsahara in Tindouf

UN-Sicherheitsrat wird in Kürze zur Frage der Westsahara beraten.

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Staffan De Mistura führt Gespräche mit der Polisario in Algerien.

Algier – Der Sondergesandte des UNO-Generalsekretärs für die Westsahara, Staffan De Mistura, ist am gestrigen Samstag (3. September 2022) zu Gesprächen in Tindouf eingetroffen. Dort führte er Gespräche mit Vertretern der Polisario. Das Treffen fand in einem Flüchtlingslager in der Region Tindouf, im heutigen Westen der algerischen Wüste statt. Dies bestätigte die Nachrichtenagentur SPS sowie die algerisch-staatliche Nachrichtenagentur APS.

Staffan de Mistura, sprach mit Herrn Khatri Addouh und Herrn Omar Sidi Mohamed, wie die Nachrichtenagentur SPS berichtete. Beide leiten die Verhandlungsdelegationen bzw. sind Vertreter der Polisario bei den Vereinten Nationen.

Bei der Ankündigung des Besuchs am vergangenen Freitag hatte eine UN-Sprecherin gesagt, dass Staffan de Mistura „sich immer noch darauf freut, die Konsultationen mit allen beteiligten Parteien über die Aussicht auf einen konstruktiven Fortschritt des politischen Prozesses in der Westsahara zu vertiefen“.

Zweite Reise in die Region

Dies ist nicht der erste Besuch des UN-Sondergesandten in der Region. De Mistura reiste im letzten Januar bereits in die Region Tindouf sowie nach Mauretanien, Algerien und Marokko. Im vergangenen Juli reiste er nur nach Marokko und traf sich in Rabat mit Außenminister Nasser Bourita.

Die Hoheitsansprüche oder Rechte auf die Westsahara / marokkanischen Sahara, eine Region, die von den Vereinten Nationen als „nicht autonomes Gebiet“ bzw. ein Gebiet mit „ungeklärtem Status“ eingestuft wird, sind seit Jahrzehnten ein Hauptgrund für die Spannungen zwischen den beiden Rivalen Marokko und Algerien. Algerien ist der Hauptunterstützer für die Polisario, die bewaffnet gegen das nordafrikanische Königreich um eine unabhängige Westsahara kämpft.

Zuletzt wendete sich die internationale Haltung zunehmend zu Gunsten der marokkanischen Position, insbesondere nach der Anerkennung der Hoheitsansprüche Rabats durch die USA. Dieser Anerkennung folgten zahlreiche Länder der arabischen Welt und des afrikanischen Kontinents.

Marokko bietet für die Region seit 2007 eine Autonomie unter marokkanischer Souveränität an. Mehrere Länder der EU zeigen sich inzwischen offen für eine solche Lösung, im Rahmen des von der UNO geführten Verhandlungsprozesses, darunter auch Deutschland.

Spanien, die ehemalige Kolonialmacht in der Westsahara hat inzwischen den marokkanischen Autonomievorschlag sogar als beste Lösung für den Konflikt bezeichnet.

UN-Sicherheitsrat wird in Kürze zur Frage der Westsahara beraten.

Die Westsahara wird noch im September und Anfang Oktober den UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Im Oktober steht die nächste Entscheidung zur Verlängerung der MINURSO-Mission, die den Status in der Region beobachtet, an.
Als Basis der Entscheidungsfindung wird der Leiter der MINURSO-Mission und der UN-Sondergesandte dem Sicherheitsrat zuvor berichten.

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