Algerischer Präsident Bouteflika lädt Kanzlerin Merkel zum Staatsbesuch ein.

Kanzlerin
Präsident Abdelaziz Bouteflika udn Bundeskanzlerin Angela Merkel

Einladung zum Staatsbesuch vom algerischen Präsidenten an die wiedergewählte designierte Kanzlerin.

Algier – Am letzten Dienstag sendete der algerische Staatspräsident seine Glückwünsche an die Siegerin der Bundestagswahlen in Deutschland. Wie die staatliche algerische Presseagentur APS meldete, verband Präsident Bouteflika seine Glückwünsche an Kanzlerin Angela Merkel mit einer Einladung Algerien zu besuchen.

Der Präsident verband die Glückwünsche, laut APS, mit der folgenden Botschaft: „Mit dem Ziel, die vielversprechenden Aussichten auf Freundschaft und die algerisch-deutsche Zusammenarbeit zu bündeln sowie den fruchtbaren Dialog, den wir bereits aufgenommen haben, fortzusetzen, freue ich mich sehr, Sie zu einem offiziellen Besuch in Algerien an einem Datum einzuladen, über das wir uns diplomatisch einigen werden“.

Ursprünglicher Besuch der Kanzlerin in Algerien wegen Krankheit von Präsident Bouteflika abgesagt.

Bereits Ende Februar diesen Jahres wollte die Bundeskanzlerin in das nordafrikanische Land reisen. Noch unter dem Eindruck der sog. Flüchtlingskrise in Europa startete die Bundesregierung eine Initiative in Nordafrika um Rückführungsabkommen zu schließen. Doch kurz vor dem Start des deutschen Regierungsflugzeuges in Berlin kam die Absage der algerischen Regierung. Präsident Bouteflika war, nach offiziellen Angaben der algerischen Regierung, an einer akuten Bronchitis erkrankt – maghreb-post berichtete.

Einladung an Kanzlerin Merkel auch ein innenpolitisches Signal.

Hinter der Einladung an die amtierende und designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel steckt auch eine innenpolitische Botschaft. Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ist immer weniger in der Öffentlichkeit präsent. Die wenigen Auftritte, und insbesondere seine letzten TV-Auftritte, haben die algerische Bevölkerung beunruhigt. Der seit 2013 durch einen Schlaganfall gesundheitlich deutlich eingeschränkte Präsident, macht zunehmend einen geschwächten Eindruck. Nicht wenige fragen sich wer das Land regiert. Ist der amtierende Präsident dazu noch ausreichend in der Lage oder haben bereits andere Personen aus dem Hintergrund die Kontrolle übernommen?

Diese kritischen Fragen stellt zunehmend die Oposition im Land. Nach dem Besuch des venezolanische Präsident Nicolas Maduro am 10. September diesen Jahres wurden die Fragen zur Gesundheit des Staatschefs wieder verstärkt aufgenommen. Der venezolanische Präsident besuchte Algerien und traf während seines zweitägigen Staatsbesuchs nicht mit seinem Amtskollegen Präsident Bouteflika zusammen. Die Einladung an die Bundeskanzlerin soll daher auch als Signal dienen, dass der Präsident noch in der Lage ist die Staatsgeschäfte zu führen.

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