Generalstreik in Al Hoceima ausgerufen – Regierungssprecher sichert Gewaltverzicht zu.

Regierung will "Frieden und Stabilität in der Region bewahren".

Generalstreik in Al Hoceima
Generalstreik in Al Hoceima

Konflikt zwischen Demonstranten und Regierung geht weiter.

Al Hoceima – Die Protestbewegung hat am gestrigen Donnerstag einen Generalstreik in Al Hoceima ausgerufen. In der ganzen Stadt sollten Geschäfte und Unternehmen geschlossen bleiben. Damit geht der Konflikt zwischen der Zentralregierung, den örtlichen Behörden und den Demonstranten in die nächste Runde. Der verbale Schlagabtausch der letzten Tage über die Medien zwischen der Regierungskoalition und den Demonstranten hat die Gemüter nochmals erregt.

Als Reaktion auf die Regierungserklärung hat die Protestbewegung zum gestrigen Warnstreik aufgerufen und weitere Aktionen angekündigt. Wie „medias24“ berichtet war am gestrigen Donnerstag um die Mittagszeit die Situation in der Hafenstadt Al Hoceima normal und die Geschäfte und Cafés sollen geöffnet gewesen sein. „Al Hoceima Days“ hat hingegen auf Facebook Fotos von Geisterstraßen veröffentlicht, die zeigen, dass Geschäfte geschlossen sind und die Straßen leer. Der Erfolg der Aktion ist daher aktuell schwierig einzuschätzen.

Regierungssprecher gibt Erklärung zur Lage in Al Hoceima ab.

Inmitten der wachsenden Spannung, gab ebenfalls gestern der Regierungssprecher Mustapha Khalfi eine Erklärung ab. Darin betonte er, dass die Regierung eine Destabilisierung bzw. Gefährdung der territorialen Integrität des Landes nicht dulden wird. Gleichzeitig versicherte er, dass die Zentralregierung „Frieden und Stabilität in der Region bewahren“ wird. Die Regierung ist weiterhin bereit mit den Demonstranten die strittigen Punkte zu diskutieren. Die geplanten Investitionen in die Region, gemäß der königlichen Dekrete, werden weiterhin umgesetzt um die Lebensbedingungen zu verbessern. Der Regierungssprecher machte aber deutlich, dass es ein Recht zu friedlichen Demonstrationen gebe und dies durch die Behörden auch garantiert wird. Aber genauso gebe es eine Pflicht der Regierung und der Sicherheitsbehörden für Sicherheit und Schutz von Menschen und Liegenschaften zu sorgen. Dies wird die Regierung wahrnehmen im Einklang mit den Gesetzen.

Er gab auch eine Einschätzung der Demonstrationen in der Rif – Region wieder. Aus Sicht des Regierungssprechers sind die Demonstrationen in Al Hoceima und ihren Nachbargebieten Inszenierungen.

Die nun seit fast sieben Monaten andauernden Proteste in Al Hoceima, entzündeten sich in Folge des Tode von Mouhcine Fikri, dem Fischhändler, der nach einer Beschlagnahmung seiner Waren durch die Behörden am 28. Oktober 2016, in einem Müllverdichter zerdrückt wurde.

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