König Mohammed VI. sagt Teilnahme am ECOWAS Gipfel ab.

Absage steht im Zusammenhang mit der Einladung an Benjamin Netanjahu

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König Mohammed VI. von Marokko wird nicht persönlich am ECOWAS Gipfel teilnehmen.

Rabat – Wie das marokkanische Außenministerium am gestrigen Donnerstag mitteilte, hat König Mohammed VI. seine Teilname am ECOWAS Gipfel abgesagt. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur MAP. Es war geplant, dass der Monarch des nordafrikanischen Landes am Gipfeltreffen der Organisation am kommenden Sonntag teilnimmt. Die bisherigen Planungen bestanden darin, dass der König persönlich teilnimmt, um sich für den Beitritt seines Landes in die Wirtschaftsunion ECOWAS einzusetzen. Es sollten Treffen zwischen den 15 Staatschefs und Vertretern der Mitgliedsstaaten stattfinden. Ebenso sollte König Mohammed VI. eine offizielle Rede halten. Marokko hat nach seiner Rückkehr in die Afrikanische Union auch einen Antrag auf eine Mitgliedschaft in der ECOWAS gestellt.

Absage steht im Zusammenhang mit der Einladung an Benjamin Netanjahu.

Die Absage des marokkanischen Königs kam gestern relativ kurzfristig. Sie steht wohl im Zusammenhang mit der überraschenden Einladung der ECOWAS an den Israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Nach Angaben des Außenministeriums in Rabat hat der König seine Teilnahme abgesagt, weil er vermeiden möchte, dass sein erstes Erscheinen innerhalb der Gremien der ECOWAS in einem möglichen Klima der Spannungen und Irritationen stattfindet.

Teilnahme von Benjamin Netanjahu löst Überraschung aus.

Das der israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eingeladen wurde und auch am Gipfel teilnimmt, kam für Marokko völlig überraschend. Obwohl Marokko eine relativ große jüdische Gemeinde hat und der jüdische Glauben eng mit der Geschichte Marokkos verbunden ist, gibt es mit dem Staat Israel keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Marokko steht der israelischen Politik kritisch gegenüber. Da Marokko sich solidarisch mit den Forderungen der Palästinenser fühlt und mit zahlreichen Ländern des Nahen Ostens enge Beziehungen pflegt, ist es keine politische Option sich mit dem israelischen Ministerpräsidenten womöglich treffen zu müssen.

Auswirkungen auf den Aufnahmeantrag sind nicht abschätzbar.

Inwiefern sich die Absagen von König Mohammed VI. auf den Aufnahmeantrag des Landes auswirkt, kann nicht abgeschätzt werden. Nach Medienberichten soll die Chance vor der Absage des Königs sehr groß gewesen sein – maghreb-post berichtete. Die überwiegende Mehrheit der bisherigen Mitglieder hat sich bereits im Vorfeld gegenüber Marokko positiv geäußert. Es gab aber auch Vorbehalte. Auch das Nachbarland Algerien, obwohl kein Mitglied der ECOWAS, drückte seine Befürchtung aus, dass eine Mitgliedschaft Marokkos in der westafrikanischen Organisation eine Abkehr von seinen östlichen Nachbarstaaten bedeuten könnte.